Endlich wieder Heimspiele: Nachdem der SV Gonsenheim in den ersten Wochen der Serie noch ausweichen musste, kann er seine Gegner in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar seit Mitte Oktober nun auf dem heimischen Kunstrasenplatz an der Kapellenstraße empfangen. Während die Spielstätte saniert wurde, trug der SVG Partien entweder in Mainz-Hechtsheim oder an der Schillstraße aus. Einen "großen Einfluss" habe der Wechsel auf den bisherigen Saisonverlauf gehabt, den Marvin Bylsma mit "gemischten Gefühlen" betrachtet. In die Winterpause geht Gonsenheim nach acht Siegen, zwei Remis sowie zehn Niederlagen als Zehnter. "Wenn ich die Tabelle isoliert betrachte, hätten wir uns fünf bis sieben Punkte mehr ausgerechnet. Die verschiedenen Gründe haben wir schon aufgearbeitet. Die Bilanz passt im Großen und Ganzen", erklärt der Sportvorstand.
Neben dem zwischenzeitlichen Verlust der Heimspielstätte musste Luca Vanni mit einem "enormen Verletzungspech" umgehen, Leistungsträger wie Christian Jindra, Maurice Neukirch oder Jan Vogel ersetzen und zahlreiche personelle Wechsel vornehmen. "Das hat uns leider die ganze Runde begleitet", erinnert sich der SVG-Coach. Wie angespannt die personelle Lage war, zeigt die Reaktivierung von Ferhat Gündüz: Der Co-Trainer kam in vier Partien zum Einsatz und traf bei der 1:2-Niederlage gegen den TSV Gau-Odernheim.
"Riesige Umstellung"
Vanni, der im Sommer vom langjährigen Coach Anouar Ddaou übernommen hatte, hat seinen Start als "weichen Einstieg" empfunden. Schließlich ist er mit dem Verein bestens vertraut: Er hatte zuvor sowohl im Gonsenheimer Jugendbereich als auch im Trainerstab Ddaous gearbeitet. Dennoch sei die Umstellung auf den Seniorenbereich "riesig" gewesen - unter anderem hinsichtlich der medialen Aufmerksamkeit: "Es ist eine andere Welt und es herrscht ein anderer Druck." Gern denkt Vanni an die starke Phase seiner Elf zurück, die von Mitte August bis Anfang Oktober ungeschlagen blieb und unter anderem gegen den FC Emmelshausen-Karbach (3:0), den FV Engers (1:1) sowie TuS Koblenz (0:0) punkten konnte. Es folgten sechs Niederlagen in Folge, darunter das Pokal-Aus bei Verbandsligist TuS Mechtersheim (0:1). "Wenn die Widrigkeiten nicht gewesen wären, könnten wir viel weiter oben stehen", sagt Vanni. Immerhin konnte sich Gonsenheim mit zwei Siegen aus den letzten drei Spielen Luft verschaffen.
"Wir haben in der Mannschaft einige Dinge verändert. Es war einkalkuliert, dass wir das beim sportlichen Abschneiden spüren. Unser Schritt ist es, nachhaltig etwas aufzubauen", betont Bylsma. Der SVG-Manager ist davon überzeugt, "dass die angesprochenen Themen in der Restrunde deutlich besser werden". Im Kader, der seit dieser Saison ohne Torjäger Abdellatif El Mahaoui (TSV Schott Mainz) - der Offensivmann hatte 2024/25 insgesamt 17 Treffer erzielt - auskommen muss, könnte es nun kleine Veränderungen geben. Bylsma spricht von "ein, zwei Stellschrauben", spruchreif sei aber noch nichts. Positiv ist sein Blick auf das Wirken Vannis, der noch bis zum Sommer gebunden ist: "Er ist ein Trainer, der viel Identifikation mitbringt und hier gut angekommen ist. Eine weitere Zusammenarbeit ist angedacht."
Zum Trainingsauftakt bittet Gonsenheims Coach am 24. Januar. "Wir machen bewusst eine lange Pause, damit alle ihre Verletzungen auskurieren können", erklärt der 31-Jährige, der mit seiner Mannschaft unter anderem gegen die Hessenliga-Topteams Eintracht Frankfurt II und Eddersheim testen wird. Das erste Punktspiel folgt am 7. März. Dann trifft der Klub aus dem Mainzer Stadtteil auf den FC Emmelshausen-Karbach. So früh wie möglich wolle sich der SVG von den unteren Tabellenregionen absetzen, um am Ende auf einem einstelligen Tabellenplatz zu landen: "Das", so Vanni, "wäre für das erste Jahr in Ordnung - nach allem, was passiert ist."