Alfred Gislason hat als Trainer des THW Kiel auf Vereinsebene so ziemlich alles gewonnen, als deutscher Bundestrainer hat er bereits vier Großturniere bestritten. Trotzdem erklärte der Isländer im November: "Das wird das härteste Turnier, das ich je gespielt habe". Doch was steckt dahinter?
Bereits die Vorrunde hat es in sich: Die DHB-Auswahl trifft in Gruppe A auf Spanien, Serbien und Österreich. Spanien gehört zu den großen Nationen im Welthandball, Serbien und Österreich sind gespickt mit Champions-League- und bundesligaerfahrenden Spielern wie den Füchsen Dejan Milosavljev und Mijaljo Marsenic oder Sebastian Frimmel und Lemgos Lucas Hutecek. Die letzten Duelle der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien (34:33) und Österreich (22:22) bei einem Großturnier waren denkbar eng.
Olympisches Erfolgserlebnis
Der Anspruch ist trotzdem klar: Die Vorrunde soll erfolgreich beendet werden, am liebsten auf Platz eins. Wie man gegen Spanien gewinnt, haben Knorr, Wolff und Co. bei Olympia gezeigt. Sollte ein Weiterkommen gelingen, stünde das DHB-Team in Hauptrundengruppe eins, die in Herning ausgespielt wird.
Dort könnte es dann richtig schwer werden: Zu Deutschland würden sich die Erst- und Zweitplatzierten der Gruppen B und C gesellen. In Gruppe B spielen Dänemark, Portugal, Nordmazedonien und Rumänien gegeneinander, in Gruppe C sind es Frankreich, Norwegen, Tschechien und die Ukraine. Wahrscheinliche Hauptrundengegner wären also: Übermannschaft Dänemark, Titelverteidiger Frankreich, Norwegen mit Bergerud, Sagosen und Reinkind sowie Portugal, gegen das Deutschland im WM-Viertelfinale im Januar ausschied.
Halbfinalgegner hätten es in sich
In einem möglichen Halbfinale könnten dann weitere Schwergewichte wie Schweden, Kroatien und Island warten, die zudem den vermeintlich leichteren Turnierbaum erwischt haben. Die Vergangenheit hat zudem gezeigt, dass häufig noch zusätzlich ein Underdog über sich hinauswächst.
Gislason spricht also nicht umsonst vom "härtesten Turnier jemals". Aber: Gegen alle genannten, möglichen großen Gegner, bis auf Dänemark, konnte das DHB-Team unter dem Isländer bereits gewinnen. Sollte man das wiederholen können, was den zweiten Platz in der Hauptrundengruppe bedeuten würde, stünde Deutschland im Halbfinale. Und wer weiß, vielleicht können die DHB-Männer es ihren Kolleginnen nachmachen und ein Wintermärchen schreiben.