Aus Dortmund berichtet Christian Stein
Zum Auftakt setzte es noch eine erwartbare 27:32-Niederlage gegen Montenegro, doch spätestens mit dem 27:25-Sieg über Spanien begann das Märchen der Färöer. Vom "besten Tag in ihrem Leben" sprach im Nachgang Pernille Brandenborg. Die Kreisläuferin vom norwegischen Topklub Storhamar ist die einzige Spielerin mit Erfahrung aus der EHF Champions League.
"Es war ein Traum. Wir haben an diesen Traum geglaubt und deshalb haben wir ihn verwirklicht, weil wir es gewagt haben, daran zu glauben, aber gleichzeitig wussten wir, dass es viel harte Arbeit erfordern würde", so Brandenborg damals und erklärte nun gegenüber handball-world in Dortmund: "Wir waren gespannt, wie wir reinkommen. Aber wir haben uns gut vorbereitet gegen die Teams, die wir getroffen haben."
"Gab viele Schmerzen, aber war okay"
Mit dem Sieg über Paraguay wurde endgültig das Ticket in die Hauptrunde gelöst. Wenngleich auch nur als nomineller Gruppendritter, weil Spanien sich noch einmal mit einem Sieg über Montenegro zurückmeldete.
Die Ibererinnen vergaben gegen Serbien allerdings eine Sechs-Tore-Führung und verloren. Serbien hingegen verspielte seine Chance auf zwei Zähler gegen die Färöer, musste sich letztlich in einer dramatischen Schlussphase mit einem 31:31-Remis gegen die Färingerinnen begnügen.
"Natürlich wissen wir, dass wir ein gutes Team haben. Wir lagen in der ersten Halbzeit mit drei Toren zurück und haben das Comeback geschafft", sagt Jana Mittun, die dann am Ende mit einem Siebenmeter den Punktgewinn sichern konnte, gegenüber handball-world. "Natürlich war ich nervös, aber ich wusste, dass ich treffen muss."
Mit jeder Menge roter Striemen steht die 22-Jährige, die im Anschluss als Player of the Match ausgezeichnet wurde, in der kleinen Mixed-Zone in Dortmund. "Es war ein schwieriger Kampf, es gab viele Schmerzen. Aber es war okay", sagt sie.
Fans der Färöer als "Extra-Spieler"
"Die Fans spielen eine große Rolle, sie geben uns Energie", sagt die Rückraumspielerin, deren Bruder Oli zu den größten Talenten im europäischen Männerhandball zählt. Zu den Fans im Fanblock zählte auch ihr Cousin - Elias Ellefsen a Skipagötu vom THW Kiel. Dessen Vater ist hingegen als Sportpsychologe und Mentaltrainer auf der Bank der Färingerinnen.
Brandenborg nennt die Fans "unseren Extra-Spieler" und betont: "Das brauchen wie gegen ein starkes, physisches und erfahrenes Team. Wir sind sehr dankbar, dass sie hier sind."
Nun wartet das Nordmeer-Derby gegen Island. "Island hat nicht so eine Physis wie Serbien. Sie haben Spielerinnen, die uns ein wenig ähnlich sind. Es wird ein temporeiches Spiel mit vielen Gegenstößen werden. Wir müssen uns auf die Aufgabe konzentrieren", sagt Mittun und Brandenborg betont: "Wir kennen Island sehr gut. Wir wollen Island immer schlagen."
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