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Frankreich mit 5:1-Abwehr "endlich beweglicher"

kicker

Aus Rotterdam berichtet Felix Buß

Zu Beginn des Spiels gegen Österreich vermisste Sebastien Gardillou die Power im Angriffsspiel. Weder Würfe aus dem Rückraum, noch Anspiele an den Kreis hätten funktioniert. "Wir haben, wie [in der Vorrunde] gegen Polen, versucht, den Kreisläufer anzuspielen, ohne ihm Raum zu verschaffen. Das finde ich respektlos", schimpfte Frankreichs Nationaltrainer nach dem Abpfiff.

"Wichtig ist, dass sie gut reagiert haben", zeigte sich der 50-Jährige dann erleichtert darüber, wie sein Team das Spiel nach dem 14:12-Halbzeitstand an sich riss. "Es war richtig, nicht zu sehr auf Konter zu setzen. Ich hoffe, dass wir gegen Argentinien in der Lage sein werden, unser Spiel breit anzulegen", setzt Gardillou auf eine Steigerung im zweiten Spiel der Hauptrunde.

"Zu viel für meinen Geschmack"

Denn der Auftakt gegen Österreich missfiel Gardillou in weiten Teilen. "Wir haben in der ersten Halbzeit viel verworfen, in der zweiten etwas weniger, aber über das gesamte Spiel gesehen etwas zu viel für meinen Geschmack", sagte er laut Verbands-Webseite. "In der ersten Halbzeit waren die Situationen nicht klar genug. Deshalb war die Idee, uns als Team und individuell im Eins-gegen-eins neu zu konzentrieren", erklärte er die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit.

Frankreich brachte das Spiel gegen Österreich in den zweiten 30 Spielminuten in den Griff. "Da lief es besser", meinte der Nationaltrainer. "Besonders gut hat mir die 5:1-Formation gefallen, wir waren endlich beweglicher und haben sie aus dem Konzept gebracht", kommentierte er die Umstellung der Abwehrformation nach der Pause. "In der zweiten Halbzeit haben wir nur wenige Gegentore kassiert, das ist das Wichtigste."

"Wir haben gesehen, wie schwer uns das fällt", kommentierte Österreichs Nora Leitner mit Blick auf die Abwehr-Umstellung Frankreichs. "Wir haben zu schnell den Abschluss gesucht und haben uns dann wieder überlaufen lassen", sagte die 23-Jährige. "Ich finde, dass das Ergebnis nicht das widerspiegelt, was wir auf die Platte gebracht haben. Man hat schon gemerkt, dass das an den Kräften zehrt, wenn man so einen Gegner hat."

"Wir hatten einige Fehlwürfe und haben mit der gegnerischen Torhüterin gekämpft, aber dann gelang es uns, in den Zweikämpfen entschlossener zu sein und das Tor zu erzielen, das war gut", beschrieb Frankreichs Rückraumspielerin Clarisse Mairot. "So konnten wir den Rückstand aufholen. Danach waren wir in der Verteidigung besser und konnten nach und nach einen Vorsprung herausspielen. Wenn wir anfangen zu treffen, ist die Mannschaft glücklich und das gibt uns Energie, um in der Verteidigung besser zu sein."

Sonderlob für Sajka

Eine Spielerin erhielt dann doch ein Sonderlob vom insgesamt unzufriedenen Trainer. "Marie-Helene verändert gerade ihre Rolle innerhalb der Mannschaft, was sich auch in ihrer Leistung auf dem Spielfeld widerspiegelt. Sie spielt den Ball mühelos von rechts nach links, kann mit der Kreisläuferin und den Flügelspielerinnen zusammenspielen", sagte Gardillou laut L'Equipe. "Ich habe viel Freude daran gehabt", erklärte die gelobte Spielerin Sajka.

Eine der Torhüterinnen hat sich derweil nach eigenem Bekunden selbst aus einem Tief gezogen: Hatadou Sako musste gegen Österreich zunächst zusehen und parierte dann im zweiten Abschnitt drei der nur acht Bälle, die ihre Vorderleute noch durchließen. "Ich habe mein Lächeln und meine gewohnte Körpersprache wiedergefunden", meinte die 30-Jährige. "Ich will nur meine Aufgabe erledigen. Das Spiel gewinnen und das nächste vorbereiten."

Als Nächstes wartet am Samstag um 18 Uhr Argentinien. Am Montag folgt zur Primetime das Duell um den Gruppensieg gegen die Niederlande, den Co-Gastgeber der Weltmeisterschaft. Dann wird die Equipe Tricolore in der Ahoy-Arena vor 9.000 Fans ein Auswärtsspiel haben. Die Partien in s'Hertogenbosch und den Hauptrunden-Auftakt in Rotterdam wollten jeweils kaum mehr als 1.000 Leute sehen.

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