40 Minuten lang befanden sich Flensburg und Leipzig im HBL-Duell auf Augenhöhe, am Ende konnte die SG ihrer Favoritenrolle jedoch gerecht werden und gewann mit 36:28. "Am Ende ist das Ergebnis ein bisschen deutlicher als der Spielverlauf. Trotzdem sind wir stolz auf die zwei Punkte, wissen aber auch, dass wir noch viel Luft nach oben haben", resümierte Johannes Golla nach der Partie.
Schon nach sechs Minuten erfolgte die erste Disqualifikation gegen Moritz Preuß aufgrund eines Gesichtstreffers. Es folgten Bogojevic in der 25. Minute und Kirkelökke in der 46. Minute, die ebenfalls die rote Karte sahen. Daher lieferte das Spiel erneut Diskussionsbedarf in Sachen Videobeweis und Regelwerk. Auch der SG-Kapitän hat eine klare Meinung zu der Thematik, die er nach dem Spiel im DYN-Interview preis gab.
Schiedsrichter in der "Gefangenschaft der Regeln"
"Ich habe eben auch nach der roten Karte für Niclas (Kirkelökke) kurz mit den Schiedsrichtern sprechen können. Das Ziel ist anscheinend, dass weniger Schläge ins Gesicht passieren sollen", berichtete der Kreisläufer. "Meine Meinung ist aber auch, dass die Schiedsrichter da schon ein bisschen in der Gefangenschaft der Regeln sind, weil nicht jeder Gesichtstreffer eine rote Karte geben sollte, denn es passiert einfach manchmal."
Der 28-Jährige spielt sowohl bei der SG als auch bei der deutschen Nationalmannschaft eine wichtige Rolle im Innenblock, weshalb er die Situation kennt, in der sich auch sein Teamkollege Niclas Kirkelökke befand. "Er verliert das Timing ein bisschen und trifft ihn im Gesicht. Im Videobeweis sieht es immer härter aus. Und dann ist es für mich eigentlich nur eine Zwei-Minuten-Strafe."
"Trotzdem, nach dem Regelwerk, können die Schiedsrichter wahrscheinlich nichts anderes machen. Ich bin ein Verfechter davon, dass es im Handball leider auch mal passiert, dass eine Hand im Gesicht landet und nicht jeder Gesichtstreffer, nicht jeder Streifer kann direkt eine rote Karte geben", so Golla.
"Freundlicher für die Abwehrspieler"
Mit Blick auf die Zukunft wünscht sich Golla eine Regelanpassung: "Da müssen wir gucken, ob wir da in den nächsten Jahren wieder einen Schritt zurückfinden und dann auch ein bisschen freundlicher für die Abwehrspieler werden. Trotzdem, die Schiedsrichter setzen das um, was sie gesagt bekommen. Deswegen kann man ihnen in dem Moment keine Vorwürfe machen."
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