Wir sprechen im Handball oft darüber, wie groß unser Potenzial ist. Darüber, wie emotional diese Sportart ist, wie nahbar, wie authentisch. Und all das stimmt. Kaum eine andere Sportart schafft es, Menschen so mitzureißen, Hallen so zum Beben zu bringen und Geschichten zu erzählen, die so echt sind.
Aber genau deshalb stellt sich die Frage: Warum schaffen wir es trotzdem so selten, dieses Potenzial auszuschöpfen? Wir wollen die Nummer eins hinter dem Fußball sein, aber wir kommunizieren oft wie die Sportart Nummer fünf.
Diskutieren statt machen?
Während andere Sportarten in den vergangenen Jahren enorme Schritte gemacht haben, wirkt der Handball vielerorts, als würde er noch immer auf die nächste Gelegenheit warten. Der Fußball investiert seit Jahren in neue Formate, neue Zielgruppen, neue Plattformen.
Der Basketball hat gezeigt, wie schnell eine Sportart wachsen kann, wenn sie bereit ist, mutige Gesichter sichtbar zu machen und moderne Kommunikation ernst zu nehmen. Im Handball dagegen diskutieren wir oft noch darüber, ob Veränderung überhaupt nötig ist.
Dabei braucht es genau jetzt kontinuierliche Innovationen und Investitionen. Nicht irgendwann. Nicht erst, wenn andere Sportarten noch weiter davongezogen sind. Sondern jetzt.
Wer dauerhaft konkurrenzfähig bleiben will, kann sich nicht darauf verlassen, dass die Begeisterung für den Sport allein reicht. Es braucht Ideen. Es braucht neue Formate. Es braucht mutige Entscheidungen. Und es braucht den Willen, sich unabhängig von dem zu machen, was andere Sportarten bereits besetzen.
Social Media ist kein Nebenschauplatz
Wer junge Zielgruppen erreichen will, muss dort stattfinden, wo sie sind. Auf Social Media. In modernen Formaten. Mit Inhalten, die begeistern.
Zu oft wird Social Media im Handball noch als Nebenschauplatz gesehen. Als etwas, das man eben "auch noch" machen muss. Dabei entscheidet sich genau dort, welche Sportarten sichtbar sind, welche Athletinnen und Athleten relevant werden und welche Geschichten überhaupt erzählt werden.
Es braucht deshalb mehr Mut, Dinge anders zu machen. Mehr Mut, neue Gesichter sichtbar zu machen. Denn die Zukunft des Handballs wird nicht allein in Arenen entschieden - sondern auch auf TikTok, Instagram, YouTube und LinkedIn. Dort, wo Menschen ebenfalls entdecken, mitfiebern, sich identifizieren.
"Die Zukunft des Handballs wird nicht nur in Hallen entschieden"
Dafür braucht es Persönlichkeiten, die Haltung zeigen und neue Perspektiven mitbringen. Es ist immer einfacher, fehlende Veränderungen zu beklagen, als selbst Verantwortung zu übernehmen. Veränderung entsteht nicht durch Warten, sondern wenn Menschen bereit sind, Risiken einzugehen und Dinge wirklich anzupacken.
Aber wir dürfen nicht vergessen: Damit wir online begeistern können, muss auch das Erlebnis vor Ort den nächsten Schritt machen. Es braucht die Kombination aus starken Persönlichkeiten und echter Innovation bei den Events selbst.
Partner, die den Sport mitgestalten
Und genau dafür braucht der Handball Partner, die offen für diese Entwicklung sind. Partner wie Lidl, die nicht nur dabei sein wollen, wenn die Hallen voll sind, sondern die bereit sind, den Sport aktiv weiterzuentwickeln. Die bereit sind, in Innovation, Sichtbarkeit und neue Zielgruppen gleichzeitig zu investieren.
Genauso wie jetzt am Wochenende des Lidl Final4 in Köln, wenn das erste Mal auf einem Voll-LED-Videosportboden gespielt wird. Der Glasboden bietet Möglichkeiten, die es im Handball bisher nicht gab, und steigert den Entertainment-Faktor für die Fans enorm. Diese Innovation bringt genau das mit sich, was wir brauchen: Der Sport entwickelt sich weiter, wird moderner und bleibt am Puls der Zeit.
Lidl zeigt immer wieder, dass sie nicht nur präsent sein wollen, sondern den Sport wirklich mitgestalten möchten. Dass sie offen dafür sind, Handball moderner, sichtbarer und relevanter zu machen. Und genau deshalb bin ich stolz, mit Lidl zusammenzuarbeiten. Weil diese Partnerschaft die Werte verkörpert, die ich selbst wichtig finde: Mut, Offenheit, Veränderungsbereitschaft und den Willen, nicht nur darüber zu reden, was besser werden könnte - sondern selbst mit anzupacken.
Denn wenn der Handball auch in Zukunft wachsen will, dann braucht er vor allem eines: mehr Mut.
Josefine Schneiders ist eine der lautesten Stimmen des Handballs. Auf Instagram legt sie regelmäßig den Finger in die Wunde und spricht vor 50.000 Follower*innen über Gleichberechtigung, mentale Stärke und strukturelle Probleme im Sport. Die 26-Jährige schnürte bis in den Winter selbst noch die Schuhe für die TSG Bretzenheim in der 2. Liga, ehe eine Verletzung sie ausbremste.
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