Aus Rotterdam berichtet Felix Buß
"Es ist eine WM-Premiere gewesen für die Schweiz. Es ist ganz bestimmt nicht einfach gewesen. Das haben wir auch gewusst. Wir sind stolz darauf, dass wir dabei sein durften. Es war das allererste Mal für unser Land", blickte Kerstin Kündig auf den ersten Auftritt der Schweizer Handballerinnen bei einer Weltmeisterschaft.
Die Schweiz wird ihr erstes Welt-Turnier mit einer Platzierung in den Top 20 - von insgesamt 32 Teilnehmern - abschließen. "Ich glaube, das Turnier hat uns deutlich aufgezeigt, was wir noch schaffen müssen - und wie weit wir auch noch von der Weltspitze entfernt sind", meinte Kündig und hofft auf weitere Fortschritte, zum Beispiel durch das Videostudium.
In den gezeigten Leistungen fällt ein gravierender Unterschied zwischen der Vorrunde und der Hauptrunde auf. "Wir müssen lernen, dass wir jeden zweiten Tag ein Spiel haben und das über eine lange Zeit. Das ist halt doch für uns noch nicht gang und gäbe", sagte die Kapitänin der Schweiz - und blickte dabei auf die Leistungen in den letzten drei Spielen.
Kündig: "Weiter daran arbeiten"
"Gegen Rumänien zum Beispiel haben wir sehr viel verworfen, teils auch frei vor dem Tor. Wir haben sicher auch - über das gesamte Turnier - nicht die Torgefährlichkeit ausgestrahlt, die möglich gewesen wäre", meinte die 32-Jährige. "Man muss alles mitnehmen, auch die Videos nutzen um zu sehen, wo die Lücken wären - und weiter daran arbeiten."
Im aktuellen Kader der Schweiz sind einige junge Spielerinnen, aber auch einige Toptalente von europäischem Kaliber. Zum Beispiel Kreisläuferin Tabea Schmid, die sich gegen Rumänien wahrscheinlich schwer verletzte, ist derzeit die drittbeste WM-Torschützin und gehört auch bei Team Esbjerg in der Champions League zu den Stützen.
"Wir haben junge Spielerinnen, die schon auf Topniveau spielen. Wir haben junge Spielerinnen, die auch schon x-mal gezeigt haben, dass sie liefern können", meinte Kündig. "Phasenweise haben wir super Handball gezeigt", sagte die Kapitänin, brachte damit aber auch zum Ausdruck, dass es in der Hauptrunde nicht mehr so gut lief.
Joa: "Wir haben begriffen"
Gegen Japan folgte im ersten Hauptrundenspiel ein schwarzer Tag, der sich auch aufs Turnierergebnis auswirkt. "Wir haben begriffen, dass wir beim Sprung von der Vorrunde in die Hauptrunde einen großen Job machen müssen, um dort das erste Spiel zu gewinnen", teilte Nationaltrainer Knut Ove Joa die potenziell wichtigste Einsicht bei der WM-Premiere.
"Die Herausforderung bei einer WM ist, dass man auf sehr unterschiedliche Gegner trifft", beschrieb der Norweger den Unterschied zur Heim-WM im vergangenen Jahr. "Wir wollten einen Sieg in der Hauptrunde haben. Das haben wir nicht geschafft", quittiert die Schweiz daher ein Abschneiden in den Top 20 - am wahrscheinlichsten ist Rang 19.
Bis Mitte April geht es nun um die Qualifikation für die EM 2026. Die Schweiz muss dafür, in ihrer Gruppe, möglichst vor Italien und Bosnien-Herzegowina bleiben. Die Hinspiele zeigten entsprechende Ergebnisse, doch wenn Tabea Schmid - die mit 94 Prozent Quote bisher beste Torschützin - ausfällt, wird spannend zu beobachten sein, wer diese Lücke füllen wird.
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