Gummersbach gewinnt damit wohl das Rennen gegen den THW Kiel, der sich ebenfalls um Dujshebaev bemüht haben soll. Beim VfL erhält der Rückraumspieler einen Vertrag bis 2029. "Ich bin unheimlich stolz, zu einem Verein mit einer solchen Historie zu wechseln und als Teil eines ambitionierten Projekts in der Bundesliga und damit der besten Liga der Welt zu spielen", so Dujshebaev.
Schon seit Sommer ist klar, dass Alex Dujshebaev sich aus Kielce verabschiedet. Galt lange Zeit der THW Kiel als heißer Bewerber um den Weltklasse-Linkshänder, tauchte Ende Januar dann der VfL Gummersbach als Interessent auf.
"Deutschland ein schönes Land mit einer schönen Liga - und ich denke, dass alle Spieler sicherlich interessiert sind, dort zu spielen", sagte Dujshebaev schon am Rande der Europameisterschaft gegenüber handball-world, hatte damals nur einen Transfer in der Winterpause ausgeschlossen.
Die Oberberger bestätigten nun den Transfer für den Sommer am heutigen Montagnachmittag. "Ein Schlüsselfaktor für meine Entscheidung waren in großem Maße die Gespräche mit Goggi (Trainer Gudjon Valur Sigurdsson, Anm. d. Red.) und Christoph Schindler. Ich bin bereit alles für diesen Verein zu geben, damit wir unsere Ziele erreichen und gemeinsam wachsen", so der 33-Jährige.
"Ich bin unglaublich froh und gleichzeitig auch stolz, dass wir Alex für den VfL Gummersbach gewinnen konnten", führt VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler an: "Welche Qualitäten Alex mit sich bringt, muss man an der Stelle mit Sicherheit nicht erwähnen. Für unsere Ausrichtung in den nächsten Jahren wird er ein extrem wichtiger Faktor sein.
Saison ohne internationalen Wettbewerb droht
Nach zuletzt dreizehn Spielzeiten in der EHF Champions League könnte Dujshebaev hingegen auch eine Spielzeit gar ohne internationalen Wettbewerb drohen. Der VfL Gummersbach belegt mit 25:13 Zählern aktuell nur Rang 6 in der Tabelle der Daikin HBL, mit drei Zählern Rückstand auf den THW Kiel sowie drei Zählern Polster auf die Rhein-Neckar Löwen und die MT Melsungen.
"Als Kapitän von Kielce und der spanischen Nationalmannschaft bringt er maximale Führungsqualitäten und Erfahrungen mit, von denen vor allem unsere jungen Spieler ungemein profitieren werden. Neben der sportlichen Qualität, die wir mit ihm dazugewinnen, ist es auch ein deutliches Zeichen, wohin wir uns entwickeln wollen", so Schindler.
Über Alex Dujshebaev
Die Karriere von Alex Dujshebaev ist auch ganz klar mit Vater Talant verbunden. Der Linkshänder begann in der Jugend von Ciudad Real, gab in der Mancha unter seinem Vater als Chefcoach das Trainerdebüt.
Es folgten Lehrjahre bei Logrono La Rioja und BM Aragon, ehe er 2013 zu Vardar Skopje ging. Drei Meisterschaften und vier Pokalsiege in Nordmazedonien, zudem noch zwei Triumphe in der internationalen SEHA-Liga. Mit dem Sieg in der EHF Champions League 2017 zog er weiter nach Kielce.
Wieder vereint mit seinem Vater und später auch seinem jüngeren Bruder Dani feierte er insgesamt sechs Meisterschaften und vier Pokalsiege. Internationale Erfolge blieben ihm mit dem polnischen Klub hingegen verwehrt, zweimal erreichte er das Endspiel der EHF Champions League, verlor beide Male knapp gegen Barcelona und Magdeburg.
Im Nationaltrikot debütierte er am 3. Januar 2014 und wurde sowohl 2018 und 2020 Europameister. Silber holte er zuvor bei der EM 2016. Bronzemedaillen gab es noch bei Olympia in Tokio 2021 und Paris 2024 sowie der WM 2023.