Einen Tag nach dem hart umkämpften 30:29-Erfolg gegen Spanien in der Neuauflage des U19-WM-Finales gab es am Freitagabend einen deutlicheren 41:37 (21:14)-Sieg gegen Portugal in einem wahren Torfestival. Beste deutsche Werfer gegen Portugal waren Monty Kleinsteuber und Linus Schmid mit je sechs Treffern.
Da Spanien zuvor gegen Frankreich 34:33 gewonnen hatte, ist die deutsche Mannschaft vor dem finalen Turniertag die einzige Mannschaft mit dem Optimum von 4:0 Punkten. Eine große Niederlage gegen den Gastgeber darf man sich aber nicht leisten, um den Turniersieg zu holen.
"Aus diesem Spiel können wir viel lernen. Der Unterschied zwischen einer guten Mannschaft und einer Spitzenmannschaft ist, wie man Ergebnisse verwaltet, wenn es nicht so läuft. Da darf man nicht so viele einfache Tore kassieren, da muss jeder mehr Verantwortung zeigen, es muss mehr Kommunikation geben. Solche Spiele sind gut für die Entwicklung der Jungs, nur so können sie reifen", sagte Heuberger nach der Partie in Angers.
"Wir haben jetzt zweimal gewonnen und wir wollen auch das dritte Spiel gewinnen und verlustpunktfrei die Heimreise antreten. Ich bin gespannt morgen auf die Reaktion der Mannschaft", sagte der Bundestrainer.
Starke erste Halbzeit
Deutschland übernahm nach ausgeglichenem Start nach rund zehn Minuten die Kontrolle, zog auf 15:9 (21.) davon. Portugals Coach Carlos Martingo musste zu diesem Zeitpunkt schon die zweite Auszeit nehmen. Zwischenzeitlich schon auf neun Tore enteilt, konnte Portugal die letzten beiden Treffer zum 21:14-Halbzeitstand erzielen.
"Wir sind zwar nicht gut ins Spiel gekommen, haben uns dann aber relativ schnell gefangen und viele Tempospieltore erzielt. Zudem haben wir gut zugepackt in der Abwehr, das war der Schlüssel für die deutliche Halbzeitführung", sagte der Bundestrainer.
Komfortables Polster fast verspielt
In Durchgang zwei zeigten sich die Iberer auf beiden Seiten des Parketts verbessert. Portugal bestrafte die deutschen Fehler im Angriff eiskalt, verkürzte Tor um Tor und zwang Heuberger beim 25:22 (39.) zur Auszeit. Weil sich die Fehlerquote im Angriff aber nicht änderte und Portugal ein Gegenstoßtor nach dem anderen erzielte, drohte die Partie beim 27:26 zu kippen.
Mit dieser Phase war Heuberger alles andere als zufrieden: "Gleich nach der Halbzeit waren einige Spieler nicht präsent, da haben wir in der Abwehr keinen Zugriff bekommen und im Angriff einige Bälle weggeschmissen und zu viele technische Fehler gezeigt. Innerhalb von 15 Minuten war unser Vorsprung beim 28:27 aufgebraucht."
Deutschland aber konnte die Schwächephase mit einem Doppelschlag zum 30:27 überwinden, die Entscheidung brachte dann der Doppelschlag von Torwart Finn Knaack mit den Würfen isn leere portugiesische Tor zum 35:29.
Deutschland - Portugal 41:37 (21:14)
Deutschland: Anel Durmic (VfL Gummersbach/HSG Krefeld Niederrhein), Finn Knaack (TuSEM Essen/2); Rasmus Ankermann (THW Kiel/TSV Altenholz/3), Caspar Gauer (SC DHfK Leipzig/1), Jan Grüner (Füchse Berlin/1. VfL Potsdam), Julius Hein (TSV Bayer Dormagen/2), Noah Hensen (SC Magdeburg/4), Max Heydecke (TSV Neuhausen/Filder/TVB Stuttgart/3), Monty Kleinsteuber (SC Magdeburg/6/4), William Reichardt (Füchse Berlin/1. VfL Potsdam/4), Johan Rohwer (THW Kiel/2), Linus Schmid (TSV Neuhausen/Filder/TVB Stuttgart/6), Tim Schröder (Füchse Berlin/1. VfL Potsdam/5), Leon Stehl (MT Melsungen/TV Hüttenberg/2), Anton Voß (SC DHfK Leipzig/1), Leonard Zink (TuS Vinnhorst) Toptorschütze Portugal: Rafael Vasconcellos (9) Strafminuten: 2 / 6