Ist die Handball-Europameisterschaft für den Titelträger von 2016 bereits am Montagabend völlig überraschend beendet? Die deutsche Nationalmannschaft, die sich vor Turnierstart Chancen aufs Halbfinale ausgerechnet hatte, steht nach der unerwarteten Niederlage gegen Serbien (27:30) mit dem Rücken zur Wand und will unbedingt noch ihr Ticket für die Hauptrunde lösen.
Ab 20.30 Uhr wartet mit dem zweimaligen Europameister Spanien allerdings die höchste Hürde der Gruppe A. Die Iberer gewannen ihr Auftaktspiel gegen Serbien mit 29:27 - und dann auch gegen den deutschen Nachbarn aus Österreich mit 30:25. Mit einem weiteren Sieg über die deutsche Mannschaft würden die Spanier definitiv 2:0 Punkte und eine positive Tordifferenz mit in die zweite Turnierphase nehmen.
Für die DHB-Auswahl gestaltet sich die Konstellation etwas schwieriger. Vor den Montagsspielen - bereits ab 18.30 Uhr trifft Serbien auf Österreich - war Rechnen angesagt.
Bundestrainer Alfred Gislason, dessen verpatzte Auszeit gegen Ende der Partie gegen Serbien den Ausgleich verhindert und damit für reichlich Kritik gesorgt hatte, musste auch vor der Partie gegen Spanien schwere Personalentscheidungen treffen. Aus seinem ursprünglichen 18 Profis starken Aufgebot konnte der Isländer bei der technischen Besprechung wie gewohnt lediglich 16 Spieler bei der EHF melden.
Gegen Österreich hatte der Bundestrainer auf die angeschlagenen Nils Lichtlein (Füchse Berlin) und Rune Dahmke (THW Kiel) verzichtet. Gegen Serbien war neben dem noch immer nicht fitten Lichtlein auch dessen Vereinskollege Matthes Langhoff zum Zuschauen verdammt gewesen. Der EM-Debütant und Abwehrspezialist hatte gegen Österreich noch insgesamt 16 Minuten auf der Platte gestanden. Für Langhoff hatte sich Kiels Linksaußen Rune Dahmke, dessen Nominierung hohe Wellen geschlagen hatte, beweisen dürfen.
Dahmke und Semper nicht dabei
Fürs Spanien-Spiel sortierte Gislason seinen Kader nun neu: Lichtlein und Langhoff sind nach handball-world-Informationen beide im Aufgebot, zuerst hatte auch die Bild darüber berichtet. Der DHB hat die Personalien mittlerweile bestätigt.
Entscheidend dafür dürfte sein, dass Lichtlein Gislason neue Optionen auf der Spielmacher-Position liefert - und auch im rechten Rückraum aushelfen könnte. Langhoffs Abwehrstärke soll die Spanier zudem vor neue Aufgaben stellen. Nicht aktiv mithelfen dürfen Dahmke und Linkshänder Franz Semper (SC DHfK Leipzig), der sich in der Partie gegen die Serben wehgetan hatte.
Die Reduzierung des Kaders auf 16 Spieler muss Gislason vor jeden einzelnen EM-Partie vornehmen - mehr Profis sind für eine einzige Partie schließlich nicht zugelassen. Während des Turniers, das vom 15. Januar bis 1. Februar 2026 in Dänemark, Schweden und Norwegen steigt, sind im gemeldeten EM-Kader insgesamt sechs Wechsel möglich - jeweils zwei während der Vor-, Haupt- und Finalrunde. Wichtig dabei: Nur Spieler, die im 35er-Kader stehen, können nachnominiert werden.
Der deutsche Kader gegen Spanien:
Tor: David Späth (Rhein-Neckar Löwen), Andreas Wolff (THW Kiel)Linksaußen: Lukas Mertens (SC Magdeburg)Rückraum links: Marko Grgic (SG Flensburg-Handewitt), Tom Kiesler (VfL Gummersbach), Matthes Langhoff (Füchse Berlin), Julian Köster (VfL Gummersbach), Miro Schluroff (VfL Gummersbach)Rückraum Mitte: Juri Knorr (Aalborg Handbold/Dänemark), Nils Lichtlein (Füchse Berlin)Rückraum rechts: Renars Uscins (TSV Hannover-Burgdorf)Rechtsaußen: Mathis Häseler (VfL Gummersbach), Lukas Zerbe (THW Kiel)Kreis: Justus Fischer (TSV Hannover-Burgdorf), Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen)