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"Keine leichtfertige Entscheidung": Simon Yates steigt vom Rad

kicker

Am 1. Dezember wurde in Rom die Strecke des Giro d'Italia 2026 offiziell präsentiert. Mittendrin dabei: Simon Yates, der als Gewinner der Italien-Rundfahrt 2025 die Trophäe auf das Podium brachte. Und der unmittelbar nach der Präsentation seine Absicht kundtat, auch in diesem Jahr den Giro in Angriff nehmen zu wollen.

"Ich würde meinen Titel sehr gerne verteidigen", hatte der Brite vor rund einem Monat noch angekündigt: "Dies ist aber auch von der Entscheidung meines Teams abhängig, ob ich dabeisein werde oder nicht." Diese Entscheidung hat der 33-Jährige Visma-Lease a bike nun abgenommen.

Denn in einer Stellungnahme kündigte Yates am Mittwoch das sofortige Ende seiner Radsport-Karriere an. "Ich habe entschieden, mich vom Profi-Radsport zurückzuziehen", heißt es gleich zu Anfang der bei Visma-Lease a bike veröffentlichten Mitteilung.

Was genau zu seinem doch durchaus überraschenden Sinneswandel geführt hat, ließ Yates offen. "Mein Schritt mag viele überraschen, doch es ist keine leichtfertige Entscheidung", teilte er lediglich mit. "Ich habe lange darüber nachgedacht und bin nun zu dem Schluss gekommen, dass es der richtige Zeitpunkt ist, mit dem Sport aufzuhören."

Yates hat nahezu sein gesamtes bisheriges Leben auf zwei Rädern verbracht. Der in Bury vor den Toren Manchesters geborene Yates begann zunächst im heimischen Velodrome und fuhr im Oval auch große Erfolge ein. 2013 wurde er Weltmeister im Punktefahren. Nach seinem Wechsel auf die Bahn knüpfte er daran an, gewann 2017 zunächst das Weiße Trikot als bester Nachwuchsfahrer der Tour de France und mit der Vuelta ein Jahr später seine erste große Landesrundfahrt. Der begnadete Kletterer gehört zu jener illustren Fahrerschar, die bei allen drei großen Rundfahrten Etappen gewinnen konnten.

Denkwürdige Attacke zum Giro-Sieg

Seinen größten Erfolg feierte er im letzten Jahr mit seinem Triumph beim Giro d'Italia. Besonders mit der 20. Etappe, auf der er dem bis dato Führenden Isaac del Toro das Rosa Trikot abknöpfte, wird Yates immer in Verbindung stehen. Der Mexikaner führte gemeinsam mit Yates und dem ecuadorianischen Bergspezialisten Richard Carapaz das Feld an, doch das Duo ließ sich von einer Attacke Yates' überrumpeln. Am Ende nahm Yates seinen Konkurrenten über sieben Minuten ab und ließ sich den Sieg in Rom nicht mehr nehmen. Seinen Angriff lancierte Yates ausgerechnet am Colle delle Finestre - an dem er 2018 als Gesamtführender eingebrochen war.

"Ich bin sehr stolz auf das, was ich erreicht habe, und ebenso dankbar für die Lektionen, die ich dabei gelernt habe", schrieb Yates. "Die Erfolge werden immer herausstechen, aber die schwierigen Tage und Rückschläge waren genauso wichtig. Sie haben mich Belastbarkeit und Geduld gelehrt und die Erfolge noch bedeutungsvoller gemacht."

Ganz auf den Namen Yates muss die WorldTour aber nicht verzichten. Denn für das Pogacar-Team UAE Emirates fährt Simons Zwillingsbruder Adam Yates. Und von einem eventuellen Rücktritt ist bei ihm noch nichts bekannt - aber das war bei Simon vor Mittwochnachmittag auch der Fall.