Cyclocross ist spektakulär - besonders wenn sich mal wieder Wout van Aert und Mathieu van der Poel eine Privatfehde liefern und der Rest der Teilnehmer nur hinterherfahren kann. Am Montag fuhr Dominator van der Poel beim Rennen in Hofstade seinen x-ten Sieg ein. Van der Aert wurde deutlich geschlagen.
Doch einmal mehr gab es eine respektlose Aktion eines Zuschauers gegen den Niederländer. Van der Poel wurde mit einer E-Zigarette aus wenigen Zentimetern Entfernung eine dicke Wolke Rauch direkt ins Gesicht geblasen, was zufällig von einem anderen Zuschauer gefilmt wurde.
"Ja, ich habe es gespürt. Das war direkt nach dem Ziel, oder? Ich weiß nicht, ob es Absicht war, denn ich habe es nicht gesehen", sagte van der Poel im Ziel. "Ich möchte dazu eigentlich gar nicht viel sagen", meinte Teamchef Christoph Roodhooft: "Auf so etwas Dummes zu reagieren, ist doch genauso dumm. Es ist einfach unangemessen und unangebracht."
Lange Liste von unfairen Attacken
Van der Poel wurde unter anderem schon Opfer eines Flaschenwurfs, einer Spuckattacke und wurde mit Bier und Urin beworfen. So gesehen scheint die Aktion harmlos, allerdings wird es dadurch nicht besser, da es ganz bewusst gegen ihn gerichtet war.
Doch seine Stimmung ließ er sich deswegen nicht verderben. "Das ist eines der wenigen Rennen, an die ich mich erinnere, als ich als Kind den Profis zugeschaut habe. Es ist schön, für ein Crossrennen hier zurück zu sein", reagierte er unmittelbar nach dem Zieleinlauf. Umso schöner sei es jetzt für ihn, ganz oben zu stehen.
Für van der Poel war es beim vierten Cross-Start im Winter 2025 der vierte Sieg. Die Konkurrenz wird sich also jene Rennen dick im Kalender markieren, bei denen der 30-Jährige nicht gemeldet ist. Allerdings ist MvdP allein bis 4. Januar bei fünf weiteren Crossrennen gemeldet.
Welche Ziele er noch hat, ließ er jüngst klar verkünden. "Der siebte Weltmeistertitel natürlich. Das ist das Einzige, was ich im Cross noch erreichen kann: dieser einzigartige Rekord von Erik De Vlaeminck." Die WM findet am 2. Februar in Lievin statt.