Im April 2025 erlitt Brignone eine schwere Verletzung: eine mehrfache Fraktur des Schienbeinplateaus, eine Verletzung des Wadenbeinkopfes sowie einen Kreuzbandriss im rechten Knie. Angesichts dieser Diagnose schien eine Rückkehr in den Leistungssport und erst recht eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2026 nahezu unmöglich. Doch die 35-Jährige kämpft sich zurück und veröffentlichte vor wenigen Tagen Bilder ihres Trainings im Riesenslalom, die vom italienischen Wintersportverband FISI bereitgestellt wurden.
Im Rahmen einer Buchpräsentation ihrer Mutter, Maria Rosa Quario, sprach Brignone offen über ihre aktuelle Situation. "Der Schmerz ist da, das kann ich nicht leugnen. Aber von Tag zu Tag geht es zum Glück besser", erklärte die 37-malige Weltcupsiegerin gegenüber der RAI. Allerdings gestand sie auch, dass die Zeit für eine vollständige Vorbereitung knapp sei: "Es fehlen noch sehr viele Trainingskilometer. Normalerweise absolviere ich eine siebenmonatige Ski-Vorbereitung, bevor ich Rennen bestreite. Jetzt muss ich das in zwei Monaten komprimieren."
Die Athletin betonte, dass das Training und die Belastung im Wettkampf kaum vergleichbar seien. "Ich habe jetzt acht Monate benötigt, um meinen Körper auf Vordermann zu bringen. Aber er ist noch nicht im gleichen Zustand wie vor der Verletzung. Fahrten auf einer schwierigen Schneeunterlage, mit Schlägen, fehlen mir noch", sagte Brignone. Dennoch bleibt sie optimistisch: "Ich werde versuchen, mich in der bestmöglichen Verfassung bei den Olympischen Spielen zu präsentieren."
Sie werde keiner Teamkollegin einen Platz wegnehmen
Gleichzeitig machte die Italienerin deutlich, dass sie nur antreten werde, wenn sie sich vollständig fit fühle. Sollte sie nicht die notwendigen Fortschritte erzielen, werde sie auf eine Teilnahme in Cortina d’Ampezzo verzichten. "Ich werde keiner Mannschaftskollegin den Platz wegnehmen, wenn ich mich nicht gut fühlen sollte. Es würde mich auch niemand nominieren, weil andere Athletinnen schlicht schneller sind. Antreten und dann bremsen kommt für mich nicht infrage", sagte sie entschlossen.
Es bleibt abzuwarten, ob Brignone vor den Olympischen Spielen im Weltcup antreten wird. Es gibt Spekulationen, dass sie den Riesenslalom in St. Vigil am 20. Januar als möglichen Zeitpunkt für ihr Comeback ins Auge gefasst hat. Die erste olympische Entscheidung in Cortina ist für den 8. Februar 2026 angesetzt.