"Es ist mein Traum, dort zu sein", sagte Brignone vor Beginn der Weltcup-Saison gemäss einem Bericht von blue Sport. Die 35-Jährige gibt zu, dass die Realisierung dieses Traums angesichts ihrer Verletzung eine Herausforderung bleibt. Doch die 37-fache Weltcupsiegerin zeigt sich entschlossen: "Ich versuche es. Ich arbeite wirklich hart dafür."
Ihr Trainer und Bruder Davide Brignone zeigt sich optimistisch: "Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir sicher, dass Federica an den Olympischen Spielen teilnehmen wird", erklärte er gegenüber der Gazzetta dello Sport. Man werde aber wie bis anhin von Tag zu Tag schauen, wie es ihr gehe.
Ob Brignone noch vor Olympia im Weltcup starten wird, bleibt offen. Gianluca Rulfi, technischer Direktor des italienischen Frauenskisports, hat vor, am 24. und 25. Januar 2026 die Piste in Cortina mit den Speed-Fahrerinnen zu testen. Brignone soll dabei sein, um ihre Form zu überprüfen. Rulfi betonte jedoch, dass die Entscheidung, bei Olympia anzutreten, alleine bei Brignone liege.
Ein Dilemma könnten Brignones geschützte Weltcup-Punkte sein. Falls sie vor Olympia an einem Rennen teilnimmt, würde sie diese für die nächste Saison verlieren. Eine mögliche Lösung wäre laut Rulfi, dass sie zunächst als Vorläuferin bei einigen Abfahrten startet. Dies würde ihr ermöglichen, ihre Form ohne Druck zu testen.
Vor- und Nachteile einer vorzeitigen Rückkehr
Auch Davide Brignone sieht Vor- und Nachteile in einer vorzeitigen Rückkehr. Würde seine Schwester erst in der nächsten Saison wieder in den Weltcup einsteigen, hätte sie die Chance, ihre Top-3-Positionen in Disziplinen wie Riesenslalom, Super-G und Abfahrt zurückzuerobern. "Aber wenn sie den unbedingten Drang verspürt, wäre es auch kein Problem, vorübergehend mit Startnummer 30 neu anzufangen: Vonn und Shiffrin haben das kürzlich getan und in wenigen Rennen wieder zur Spitzengruppe aufgeschlossen", so Davide.
Die zweifache Gesamtweltcup-Siegerin sieht die Olympischen Spiele als Meilenstein ihrer Karriere. "Ich möchte nicht mit einer solchen Verletzung aufhören", sagte sie. Doch Davide betont, dass sie mental und körperlich bereit sein muss: "Wenn es darauf ankommt, muss Federica gut darin sein, den Schmerz zu überwinden, wenn sie wirklich etwas bei den Spielen erreichen will."