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Feuz entdeckt nach dem Rücktritt ein Leben nahe der Perfektion

kicker

Der 38-jährige Emmentaler, der mittlerweile im Tirol lebt, geniesst die neugewonnene Freiheit abseits des Spitzensports. "Ich bin zufrieden, auf einer Skala von 1 bis 10 bin ich nah an der zehn", erklärt Feuz in der Talkshow "Lässer". Er betont, dass er nun endlich die Zeit hat, die er mit seiner Familie verbringen möchte.

Trotz seines Rückzugs aus dem aktiven Rennsport bleibt Feuz dem Skisport treu. Er arbeitet als Experte für das Schweizer Fernsehen SRF und pflegt weiterhin Partnerschaften mit seinen Sponsoren. Sein Fokus liegt jedoch klar auf dem Familienleben, das während seiner aktiven Karriere oft zu kurz kam.

Grosse Erfolge trotz zahlreichen Verletzungen

Feuz' Erfolgsgeschichte ist umso bemerkenswerter, wenn man seine zahlreichen Verletzungen betrachtet. Elf Knieoperationen musste er im Laufe seiner Karriere über sich ergehen lassen. 2012 stand sogar eine Beinamputation im Raum. "Mir wurde gesagt, dass ich noch 48 Stunden habe, bis man das linke Bein versteift", erinnert sich Feuz an diese kritische Phase.

Dennoch gelang es ihm immer wieder, an die Weltspitze zurückzukehren. Feuz wurde Olympiasieger, Weltmeister und gewann viermal die kleine Kristallkugel in der Abfahrt. Er erklärt, dass er aus seinen körperlichen Einschränkungen sogar mentale Stärke zog: "Ich konnte weniger trainieren als die Konkurrenz. Sie mussten sich eigentlich besser fühlen als ich. Ich versuchte mir einzureden: 'Was ist, wenn ich gleich schnell bin wie sie, aber mit weniger Training?'"

Die Entscheidung zum Rücktritt kam für Feuz, als er spürte, dass sein Körper nicht mehr voll mitspielte und das Vertrauen in sich selbst nachliess. "Davor war ich immer der Rennfahrer: 'Ich hätte es in Kauf genommen, mich nochmals zu verletzen und zu schauen, was passiert.' Bei einer Verletzung wäre ich noch motiviert gewesen, nochmals zurückzukommen. Das war in der letzten Saison bei mir nicht mehr der Fall", erklärt er seinen "Klick-Moment."

Mentale Stärke als Trumpf

Feuz' Karriere wurde nicht nur durch sein Talent, sondern auch durch seine mentale Stärke geprägt. Diese Eigenschaft führt er teilweise auf seine Lehrzeit als Maurer zurück. "Es gibt ja keine Garantie, dass es als Rennfahrer klappt. Da war mir schon wichtig, etwas nebendran zu machen. Die drei Jahre als Maurer waren hart. Aber trotzdem hat es viel genutzt, man hat einiges gelernt: Selbstständiger werden, Zeit und Training einteilen ...", reflektiert er.

Heute geniesst Feuz die Zeit mit seiner Familie. Er ist seit 2007 mit seiner Partnerin Katrin zusammen, die er bei der Junioren-WM kennengelernt hat. Als ausgebildete Physiotherapeutin war sie nicht nur privat, sondern auch beruflich eine wichtige Stütze für ihn. "Das hilft natürlich auch, wenn man nach jedem Training daheim liegen und die Probleme wieder behandeln kann", erklärt Feuz.

Die Familie steht nun im Mittelpunkt seines Lebens. Feuz schätzt die Möglichkeit, spontan Aktivitäten wie Tennis spielen zu können, ohne sie lange im Voraus planen zu müssen. Er betont, wie wichtig die Unterstützung seiner Familie für seinen Erfolg war: Es sei auch ein Teil des Erfolgsrezepts gewesen, dass zuhause Ruhe geherrscht habe, ist er sich sicher.

Rückblickend auf seine Karriere zeigt sich Beat Feuz dankbar und zufrieden. Trotz aller Herausforderungen und Rückschläge hat er Aussergewöhnliches erreicht und kann nun die Früchte seiner harten Arbeit geniessen. Seine Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie Durchhaltevermögen, mentale Stärke und familiärer Rückhalt zu sportlichem Erfolg führen können.