Fischbacher erklärte seine Entscheidung: "Ich wollte mir bewusst Zeit lassen und nicht im Frühling, als ich aus dem Weltcup-Kader gestrichen wurde, aus den Emotionen heraus etwas vorschnell entscheiden." Er wartete ab, ob das Bedauern, nicht mehr Ski zu fahren, so stark werden würde, dass er eine weitere Saison anhängen möchte. Nun kann er "mit gutem Gewissen zurücktreten."
Der 28-Jährige wurde zum zweiten Mal nach 2019 bei der Kaderselektion von Swiss-Ski ausgebootet. Trotz seiner Überzeugung, dass er mit "zwei weiteren stressfreien Jahren den Sprung in den Weltcup erneut geschafft hätte", entschied er sich gegen einen erneuten Versuch, sich in das Kader zurückzukämpfen.
Deutliche Kritik an den Trainingsmethoden von Swiss-Ski
Fischbacher übt deutliche Kritik an den Trainingsmethoden während seiner Zeit als junger C-Kader-Fahrer bei Swiss-Ski. "Im Konditionsbereich habe ich zu viel auf die Trainer gehört. Die Trainings waren zwar ausgewogen, aber für meinen Körper waren es zu viele Krafteinheiten. Dadurch habe ich meine Geschmeidigkeit verloren und bin verletzungsanfälliger geworden. Man macht halt alles, was einem vorgeschrieben wird, statt auf sein Bauchgefühl zu hören", erklärt er.
Rückblickend betrachtet Fischbacher seinen ersten Rauswurf aus dem Kader als Glücksfall. Dies ermöglichte ihm, seine Vorbereitung individueller zu gestalten, was letztendlich zu seinem Aufstieg in den Weltcup führte.
Trotz der Herausforderungen blickt Fischbacher auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Zu seinen Höhepunkten zählen die Teilnahme am Migros Grand Prix, sein Europacup-Sieg in Gaellivare am 7. März 2023 und sein erstes Weltcuprennen in Sölden im Herbst 2023. "Ich würde es sofort wieder gleich machen", resümiert er seine Karriere.
Für seine Zukunft hat Fischbacher bereits vorgesorgt. Seit 2021 studiert er Sportmanagement im Fernstudium und plant, dieses im Frühjahr 2026 abzuschliessen. "Seit letztem Frühling habe ich mehrere Semester aufgeholt. Ich habe sehr intensiv gelernt", sagt er.
Überraschenderweise äussert Fischbacher den Wunsch, sich beruflich von der Skibranche zu entfernen: "Am liebsten würde ich etwas anderes machen, als in Richtung Ski Alpin zu gehen." Er kann sich sogar vorstellen, in diesem Winter überhaupt nicht Ski zu fahren.