Schon lange gilt Giovanni Franzoni als ein grosses Ski-Talent Italiens. Doch auf der Weltcup-Bühne blieb ihm der endgültige Durchbruch bislang verwehrt. Beim Super-G in Gröden gelang dem 24-Jährigen aus Manerba del Garda am Gardasee eine sensationelle Fahrt, die ihm Platz drei einbrachte.
Der Erfolg war dabei von tiefer Emotionalität geprägt: Vor wenigen Monaten hatte das italienische Speed-Team einen schweren Verlust erlitten, als Matteo Franzoso beim Training in Chile tödlich verunglückte. Für Franzoni war Franzoso weit mehr als ein Kollege. "Er war wie ein Bruder für mich", erklärte der Azzurro nach seinem dritten Platz in Gröden.
Franzoni widmete seine Leistung dem verstorbenen Freund und Teamkameraden. Als er nach seiner Fahrt ins Ziel kam, war er sichtlich bewegt und richtete mehrere innige Gesten gen Himmel: "Das ist für dich, Matteo." In der Mixed Zone zeigte sich der Italiener in einem Wechselbad der Gefühle, zwischen überschwänglicher Freude und tiefen Tränen.
"Ich fahre jedes Rennen für Matteo", sagte Franzoni mit brüchiger Stimme. "Heute hat jemand von oben mit mir mitgefiebert. Ich habe viele Jahre mein Zimmer mit ihm geteilt. Als er diesen Sommer gestorben ist, habe ich mir geschworen, dass ich von nun an jedes Rennen für ihn fahren werde. Das war eine unglaublich schwere Zeit für unser Team."