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Frauen waren in Val d'Isère historisch schlecht: "Selbstmitleid wäre jetzt das Dümmste"

kicker

Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor analysiert die Situation nüchtern: "Das ist sicher nicht unser Anspruch", erklärt er gegenüber dem Blick. Die Gründe für die Misere sind vielschichtig. Namhafte Abwesenheiten wie Lara Gut-Behrami (34), Michelle Gisin (32) und Corinne Suter (30) schwächen das Team erheblich. Suter, die in Trainings sogar schneller als die legendäre Lindsey Vonn (41) war, fehlt besonders.

Trotz der offensichtlichen Herausforderungen lehnt Tschuor Ausreden ab: "Es bringt nichts, wenn wir nach Ausreden suchen", betont er. "Und Selbstmitleid wäre jetzt das Dümmste. Wir alle sind gefordert - die Fahrerinnen, aber auch alle Betreuer."

Positive Aspekte gibt es dennoch: Jasmine Flury (32) kehrte nach zweijähriger Verletzungspause zurück, Delia Durrer (23) zeigt trotz ihrer Rückenprobleme eine Aufwärtstendenz und Nachwuchstalent Malorie Blanc (21) zeigt vielversprechende Ansätze.

Der schwere Unfall von Michelle Gisin in St. Moritz, bei dem sie sich das Kreuzband riss und beinahe eine Lähmung erlitt, belastet das Team emotional. Tschuor erkennt die psychologische Komponente: "Sie spüren ihn wohl vor allem unterbewusst", sagt er zum gestiegenen Druck.

Besonders auffällig waren die Zeitverluste in den Gleitpassagen. Tschuor sieht darin kein grundsätzliches Problem, sondern mangelnde Überzeugung: "Ich stand beim Super-G genau im Sektor, wo wir einbüssten. Dort fehlte Überzeugung und Entschlossenheit. Die Zweifel nach den letzten Wochen sind spürbar."

Der Cheftrainer bleibt trotz der Rückschläge optimistisch und fokussiert auf die Zukunft: "Wir backen nach vielen guten Jahren jetzt kleinere Brötchen. Das sind wir uns nicht gewohnt. Aber es liegt an uns, dies zu ändern. Das Ziel muss es sein, irgendwann wieder aufs Podest zu fahren."