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Für Stauffer ist der Exploit von Iten keine Überraschung

kicker

"Es ist unglaublich, hier in Wengen vor heimischem Publikum eine solche Fahrt zu zeigen", sagte Iten zu Blick. Seine Laufbestzeit war der Höhepunkt eines Rennens, das für die Schweizer Ski-Fans gemischte Gefühle bereithielt.

Während Iten strahlend durch den Zielraum schritt, stapfte sein Teamkollege Loïc Meillard enttäuscht davon. Der Romand hatte nach dem ersten Lauf auf Rang zwei gelegen, fiel aber im entscheidenden zweiten Durchgang auf Platz vier zurück. "Der zweite Lauf war schwierig für mich, weil ich einfach nicht gut gefahren bin. Ich habe den Rhythmus und die Spur nie gefunden", erklärte Meillard gegenüber Blick. Ein Podestplatz sei mit dieser Leistung nicht verdient gewesen. Sein Frust war greifbar: "Das Gefühl war richtig schlecht. Ich habe gewusst, dass es kein guter Lauf war."

Iten hingegen erlebte einen Tag, der ihn für Jahre des Kampfes belohnte. Seine Rückenprobleme, die ihn lange ausbremsten, sind endlich unter Kontrolle. "Seit er seine Rückenprobleme im Griff hat, kann er normal trainieren", bestätigt Swiss-Ski-Herrencheftrainer Tom Stauffer. "Wenn man mehr trainiert, kommt auch das Selbstvertrauen. Man muss einfach ruhig bleiben und weiterarbeiten."

Diese Geduld zahlte sich aus: Iten zeigte mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang, was er draufhat. "Der Trainer sagte mir vorher, wie gut der letzte Sektor war. Dort habe ich voll angegriffen, aber das Publikum im Ziel hat mich auch richtig angezogen", beschreibt er seinen entscheidenden Moment. Die Euphorie der Fans und seine eigene Entschlossenheit katapultierten ihn von Startplatz 23 auf Rang sechs.

Dabei war der Weg bis hierhin alles andere als einfach. 2020/21 bestritt Iten wegen seiner Rückenprobleme nur vier Rennen. "Ich habe eine Bandscheibe im Lendenbereich, die zu wenig Flüssigkeit hat. Bei zu grosser Belastung wird es problematisch. Ich habe deshalb mehrmals an den Rücktritt gedacht", gibt er offen zu. Doch gute Ergebnisse hielten ihn immer wieder davon ab, die Ski an den Nagel zu hängen.

Bereits in Val d'Isère hatte Iten seinen Kanton Zug stolz gemacht, als er die erste Top-10-Platzierung für die Region ins Ziel brachte. In Wengen folgte nun das nächste Kapitel seiner Erfolgsgeschichte - und die Belohnung für jahrelange harte Arbeit. "Das ist eine konsequente Entwicklung. Wir wussten, dass er Gas geben kann", lobt Stauffer. "Seit er seine Rückenprobleme im Griff hat, kann er normal trainieren und wenn man mehr trainiert, kommt auch das Selbstvertrauen. Man muss einfach ruhig bleiben und weiterarbeiten. Wenn man die Geschwindigkeit hat, kommt so irgendwann auch das Resultat."