Der norwegische Skistar Aleksander Aamodt Kilde steht nach seinem schweren Sturz bei der Lauberhorn-Abfahrt im Januar 2024 kurz vor seinem Comeback in den Weltcup. Bei einem internationalen Pressetermin am Dienstag gab Kilde ein Update zu seinem Genesungsprozess, wie Skinews.ch berichtet.
"Ich habe natürlich weiter daran gearbeitet, dass es meiner Schulter besser geht, dass auch das Vertrauen in das Gelenk wieder gestärkt wird", erklärte der 33-Jährige. Die Schulterverletzung, die fünf Operationen erforderte und zu einer lebensbedrohlichen Infektion führte, stellt für Kilde nach wie vor die grösste Herausforderung dar.
Der Norweger sprach offen über die mentalen Schwierigkeiten während seiner Rehabilitation. "Manchmal kommt Flüssigkeit in die Schulter. Das ist ganz normal in der Reha, aber ich denke sofort: ist eine erneute Infektion?" Diese Ängste führen laut Kilde zu Panikattacken und schlaflosen Nächten.
Kilde ist bereit für Nordamerika
Trotz dieser Herausforderungen blickt Kilde optimistisch in die Zukunft. Er plant, in Kürze nach Copper Mountain zu reisen, um sich auf einen möglichen Start bei den Speed-Rennen in Beaver Creek (4. bis 6. Dezember) vorzubereiten. Sollte ein Start bereits am 27. November beim Super-G von Copper Mountain möglich sein, so sei dies ein Teil seiner Vorbereitung der Rückkehr auf die Abfahrten.
"Ich bin bereit", betonte Kilde, fügte jedoch hinzu, dass noch einige Fragen zu klären seien, bevor eine endgültige Entscheidung über seinen Start getroffen werden könne. Der Fokus liegt nun auf dem Training in Copper Mountain, das Kilde als entscheidend für seine Rückkehr betrachtet.
Auf die Frage nach seinen Erwartungen für die kommende Saison zeigte sich Kilde realistisch: "Die Antwort ist sehr schwierig, weil noch viele Fragen offen sind. Zum Beispiel: bin ich bereit, wieder Vollgas geben zu können?"
Er betonte die Notwendigkeit, eine vernünftige Balance in Bezug auf die Belastung zu finden, insbesondere für seine Schulter. "Ich hoffe, dass ich so viele Stunden wie möglich auf den Ski trainieren, Sprünge und Fahrten bei hoher Geschwindigkeit machen kann", sagte er.
„Wenn ich wieder konkurrenzfähig bin, wäre das grossartig. Dass ich wieder am Start stehen kann, ist aber schon ein Erfolg.“ (Aleksander Aamodt Kilde)
Trotz der Ungewissheit hat Kilde auch die Olympischen Spiele im kommenden Februar im Blick. Er räumte ein, dass er nicht wie vor vier Jahren zu den Favoriten zählen werde, sieht darin aber auch eine Chance: "Das gibt mir aber auch etwas Raum, um meinen Job machen zu können und mich auf die aktuell wichtigen Dinge zu konzentrieren."