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Kritik mache Vonn nur noch schneller und sie sagt: "Ich habe schon gewonnen"

kicker

Vonns Comeback erscheint auf den ersten Blick überraschend. Nach zahlreichen schweren Verletzungen und Operationen hatte sie 2019 ihre Karriere beendet. "Skirennen ist für mich gestorben", erklärte sie damals. Doch eine Teilprothese im rechten Knie im April 2024 veränderte alles. "Ich kann meinen Körper endlich so einsetzen, wie er eingesetzt werden soll", sagt Vonn nun gegenüber von redbull.com.

Die Operation ermöglichte ihr, wieder schmerzfrei Ski zu fahren. Bereits zehn Wochen nach dem Eingriff stand sie wieder auf den Brettern. "Ich musste nicht mehr an mein Knie denken. Ich spürte nichts, wo ich vorher nur Schmerzen hatte", beschreibt Vonn das befreiende Gefühl.

Ihr ehemaliger Trainer Chris Knight, der sie bei Trainings in Neuseeland beobachtete, stellte fest: "Sie musste sich daran gewöhnen, wieder mit zwei Beinen zu fahren." Vonn selbst ist überzeugt: "Auch wenn ich 41 bin, habe ich eine komplette Kehrtwende gemacht. Ich fühle mich wirklich verdammt gut."

Kritische Stimmen machen sie nur noch schneller

Dennoch stiess die Comeback-Ankündigung auf Kritik, vor allem von ehemaligen Skirennfahrern. "Will sie sich umbringen?", fragte etwa die Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister. Franz Klammer meinte: "Sie ist völlig verrückt geworden." Vonn konterte: "Es ist lustig. Inzwischen sollten die Leute eigentlich wissen, dass es mich nur schneller macht, wenn sie Negatives über mich sagen."

Tatsächlich scheint Vonn fitter denn je. Ihr Trainer Peter Meliessnig bestätigt ihre enorme Fokussierung im Training. Sie kann über 80 Kilo Frontkniebeugen und stundenlang Rennrad fahren. "Ich bin überzeugt, dass ich schneller bin als in meinen Zwanzigern", sagt Vonn selbstbewusst.

Dennoch war der Weg zurück nicht einfach. Vonn musste ihr gesamtes Umfeld neu aufbauen und ihre Ausrüstung komplett anpassen. "Wenn die Abwärtskraft nicht stimmt und man in den Kurven rutscht, spielt es keine Rolle, wie schnell der Motor ist", erklärt sie die Herausforderungen.

Mit Svindal zur ältesten Olympia-Medaillengewinnerin im Ski Alpin?

Um diese zu meistern, holte sie sich prominente Unterstützung: Der ehemalige Weltcup-Gesamtsieger Aksel Lund Svindal fungiert nun als ihr Trainer. "Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ein kürzlich zurückgetretener männlicher Champion eine Frau trainiert", sagt Vonn stolz.

Ihre Chancen auf eine Olympia-Teilnahme in Cortina stehen gut. In der vergangenen Saison erreichte sie bereits einen zweiten Platz im Super-G - damit avancierte sie zur ältesten Podestfahrerin im Ski-Weltcup. "Angesichts meines geringen Trainings lief die Saison erstaunlich gut", resümiert Vonn. "Es war ein Testlauf, und jetzt bin ich bereit loszulegen."

Die Strecke in Cortina kennt Vonn wie ihre Westentasche. "Ich kann einschlafen, während ich mir diesen Kurs vorstelle", sagt sie. "Es ist einer meiner Lieblingsorte auf der Welt." Dort könnte sie im Februar als älteste Medaillengewinnerin im alpinen Skisport Geschichte schreiben.

Ihre Motivation geht jedoch über persönliche Erfolge hinaus

Vonn selbst gibt sich zurückhaltend: "Ich bin gleichzeitig Aussenseiterin und Favoritin. Niemand erwartet von mir mit 41 etwas, aber alle erwarten von mir alles." Ihre Motivation geht jedoch über persönliche Erfolge hinaus: "Es geht nicht mehr nur ums Skifahren. Meine Reise berührt so viele Menschen, und ich sehe es als Verantwortung. Ich kann zeigen, was für Frauen im Sport möglich ist."

Von einer Knieprothese im April 2024 zum Weltcup-Comeback im November 2024 - Lindsey Vonns unerwartete Rückkehr fasziniert die Skiwelt. "Ich mache etwas, das noch niemand getan hat", sagt sie selbstbewusst. "Ich mache etwas, von dem ich nie dachte, dass ich es könnte. Also habe ich schon gewonnen."