Die formstarke Camille Rast hatte mit der Startnummer 1 auf der harten, aber rhythmischen Piste die Richtzeit gesetzt. Dass diese viel wert sein würde, zeigte sich schnell, als sich direkt danach Sara Hector klar (+0,85 Sekunden) und die bis dato beste Riesenslalom-Läuferin der Saison, Julia Scheib (+0,41), hinter der Schweizerin platzierten. Nach Durchgang eins stand ein dichtes Verfolgerfeld: Zwischen Platz 2 und Paula Moltzan (+0,33) bis hin zu Rang 5 und Scheib hatten sich auch Lara Colturi und Mikaela Shiffrin eine sehr gute Ausgangsposition verschafft.
Trio zu langsam, nur Dürr kommt durch
Von den vier deutschen Starterinnen gelang es nur Lena Dürr, sich als 13. für den zweiten Lauf zu qualifizieren - für Emma Aicher, Jana Fritz und auch Lara Dorigo reichte es trotz durchweg guter Pistenverhältnisse nicht für einen Platz unter den besten 30.
Goggia und Hector furios
Sofia Goggia startete als 27. mit Wut im Bauch Durchgang zwei und brachte einen furiosen Lauf ins Ziel. An der Zeit der Italienerin bissen sich inklusive der weiter zurückfallenden Dürr (am Ende stand Platz 18 zu Buche) nicht weniger als 16 Fahrerinnen die Zähne aus, im Endklassement landete Goggia als Elfte fast noch in den Top Ten.
Rast behauptet sich gegen Scheib
Wut im Bauch war auch das Stichwort für Hector, die als Sechste des ersten Durchgangs eine saubere Linie in den Schnee zauberte, die Führung aber gleich wieder an die nachfolgende Scheib übergeben musste. Nicht Shiffrin, nicht Colturi, nicht Moltzan kamen an der schon dreimal siegreichen Österreicherin vorbei - Rast dann aber schon: Die Schweizerin behielt auf der bestens präparierten Strecke (kein Ausfall in Durchgang zwei!) die Nerven, auch wenn ihr Vorsprung mit einem kleineren Fehler im Zielhang etwas schmolz. Mit 0,20 Sekunden Vorsprung auf Scheib sicherte sich die 26-Jährige ihren erster Riesenslalom-Sieg im Weltcup. Dritte wurde die US-Amerikanerin Paula Moltzan.
Im Gesamtklassement des Riesentorlaufs bleibt Scheib das Maß der Dinge, Rast hat sich an der heute ausgeschiedenen Alice Robinson vorbei auf Platz zwei geschoben.
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