Linus Straßer ist beim Slalom-Weltcup im französischen Val d'Isere einmal mehr hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben. Beim Sieg des Norwegers Timon Haugan verpasste der 33-jährige WM-Dritte den zweiten Durchgang, nachdem er sich in Lauf eins nach einem Fahrfehler im Schlusshang noch akrobatisch ins Ziel gestürzt hatte. "Da habe ich nur mehr geschaut, dass ich mich rette", sagte Straßer in der ARD.
Zweiter hinter Haugan wurde mit 0,28 Sekunden Rückstand der Schweizer Loic Meillard, der am Vortag den Riesenslalom gewonnen hatte. Rang drei belegte der Norweger Henrik Kristoffersen (+0,34 Sekunden). Die anderen deutschen Fahrer Anton Tremmel und Sebastian Holzmann kamen im ersten Durchgang nicht ins Ziel.
Wenige Erwartungen, hohe Motivation
Mit der "Face" genannten Piste in Val d'Isere verbindet Straßer eine Art Hassliebe. "Ich denke jedes Mal, wenn ich hier besichtige und den Hang anschaue, eigentlich cooler Hang. Aber irgendwie will es nicht", sagte der Olympia-Zweite mit der Mannschaft von 2022 in Peking.
Noch nie ist er in Val d'Isere unter die besten zehn gekommen. "Für mich in meiner Karriere bisher bleibt Val d'Isere und die 'Face' einfach wirklich mein Endgegner. Ich hatte vor dem Rennen wenige Erwartungen, aber hohe Motivation", meinte Straßer. Durch sein neues Material "war es so ein Hoffnungsschimmer, dass die 'Face' diesmal geschlagen wird. Aber der erste Durchgang geht wieder an die 'Face'", gab er zu.
Starke Aufholjagden
Bemerkenswert waren an diesem Sonntag die Aufholjagden, die der Italiener Alex Vinatzer, die beiden Norweger Oscar Andreas Sandvik und Hans Grahl-Madsen sowie der Schweizer Matthias Iten hinlegten. Die vier machten teilweise über 20 Plätze gut und platzierten sich allesamt in den Top Ten.
Bester ÖSV-Läufer war Marco Schwarz, der Achter wurde. Damit sind die Österreicher auch nach dem dritten Saison-Slalom ohne Podestplatz.
Das Ergebnis im Überblick