Ramon Zenhäusern
Nach einem schwierigen Saisonstart scheint es bei Ramon Zenhäusern wieder aufwärts zu gehen. Zu Beginn der Saison hatte der 33-Jährige mit Schwierigkeiten zu kämpfen und schaffte es häufig nicht, sich für den zweiten Lauf zu qualifizieren. Beim letzten Slalom in Adelboden gelang ihm jedoch ein spürbarer Aufwärtstrend: Zenhäusern fuhr auf den 15. Rang.
Die Erleichterung darüber zeigte er auch bei der Medienkonferenz am Samstagabend in Wengen: "Ja, ich konnte es endlich mal im Rennen zeigen, was ich eigentlich in den Beinen habe. Ich hoffe, dass ich hier anknüpfen und weiterfahren kann. Dass ich es kann, habe ich schon seit mehreren Wochen im Training gesehen."
Auf die Frage, was diesen Fortschritt ausgelöst habe, erklärte Zenhäusern: "Wahrscheinlich die Stimmung in Adelboden. Aber das Ganze ist so verflixt. Und schlussendlich ist es schon viel von der Einstellung, vom Mindset her. Vorher hatte ich schon mehrere Rennen, in denen ich wollte, aber vielleicht habe ich es zu sehr gewollt und dann bekommt man es meistens nicht."
Der 15. Rang war für Zenhäusern nicht nur ein Befreiungsschlag, sondern bedeutete auch die Erfüllung der Hälfte der Selektionskriterien für kommende Rennen. Blickt er nun schon Richtung Bormio? "Indirekt denkt man das schon, aber schlussendlich ist das Ziel, Rennen für Rennen, Läufe für Läufe, Stangen für Stangen zu nehmen. Es bringt nichts, zu viel über Resultate, Plätze und Rennen nachzudenken. Viel wichtiger ist, sich auf das Gefühl der Freude zu konzentrieren."
Tanguy Nef
Tanguy Nef hat in dieser Saison bereits mehrfach knapp das Podest verpasst, weshalb die Sehnsucht nach einem ersten Podestplatz besonders gross ist. In Adelboden fuhr der Schweizer auf den achten Rang, und in Wengen hofft er nun auf den lang ersehnten Erfolg.
Wengen gilt als eine der schwierigsten Slalompisten. Auf die Frage, ob Wengen für ihn die schwierigste Strecke sei, antwortete Nef: "Vom Gelände her schon, vom Schnee nicht immer. Aber schwierig ist auch subjektiv, weil zum Beispiel Alta Badia einfach aussieht, aber es schwierig ist, dort schnell zu sein. Ich glaube, je schwieriger die Piste, desto besser komme ich zurecht. Ich bin eher ein technischer Fahrer.
Die Konkurrenz ist stark, und Nef fällt vor allem das Material der Rivalen auf: "Die Heads sind brutal schnell im Slalom. Das habe ich schon im Sommer gesehen, als Armand mit uns in Neuseeland trainiert hat. Er war brutal schnell, und ich dachte mir: Wenn er dieses Jahr nicht auf das Podest fährt, dann haben wir riesige Probleme. In Gurgel war er sowieso schnell. Wir haben gesehen, dass Head dieses Jahr extrem schnell ist. Darum muss man auch geduldig sein und auf Verhältnisse warten, die ein bisschen einfacher für uns sind."
Daniel Yule
In Adelboden lief es für Daniel Yule nicht nach Plan: Der Schweizer wurde 26. - ein Resultat, das ihn sichtlich enttäuschte. Auf die Frage, wie er diesen Auftritt verarbeitet hat, erklärt Yule: "Ich bin immer jemand, der mit Emotionen fährt. Sei es positiv oder auch auf der negativen Seite - Adelboden war eine Enttäuschung. Ich trainiere nicht so hart und investiere nicht so viel Zeit, um 26. zu werden. Für mich gehört es dazu, diese Enttäuschungen zu erleben und nicht zu denken, alles sei gut."
Auch die Frage nach Olympia spielt nun zunehmend eine Rolle, nachdem sowohl Ramon Zenhäusern als auch Matthias Itten die Selektionskriterien teilweise erfüllt haben. Yule bleibt aber pragmatisch: "Ich glaube, die Qualifikationszeit wird etwa acht Slaloms sein. Wenn ich in diesen acht Rennen nicht zweimal in die Top 15 fahre, dann habe ich wahrscheinlich grössere Sorgen als Olympische Spiele. Ich sehe das ein bisschen so: Meine Ansprüche sind höher, und da muss ich halt wirklich eine Steigerung zeigen."