Skisprung-Ikone Sven Hannawald will endlich als bisher letzter deutscher Sieger der Vierschanzentournee abgelöst werden. "Ich habe die große Hoffnung, dass ich einen Nachfolger bekomme - da haben wir dieses Jahr zwei Möglichkeiten. Ich habe die Hoffnung, dass wir diesmal alle über andere reden - und Philipp und Felix dann einen Überraschungseffekt erleben", sagte Hannawald der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die DSV-Hoffnungsträger Raimund und Hoffmann.
In der Saison 2001/02 gewann der heute 51 Jahre alte Hannawald als erster Athlet überhaupt alle vier Springen bei dem Event und damit auch die Gesamtwertung. Seither gab es keinen deutschen Gesamtsieg mehr. "Philipp und Felix zeigen uns, was wir von ihnen erwarten können", sagte Hannawald, der inzwischen als ARD-Experte arbeitet und bei der Tournee das Auftaktspringen in Oberstdorf am Montag begleiten wird.
Hannawald: "Prevc wird ansagen"
Die absoluten Topfavoriten sind in diesem Winter aber andere. An der Spitze steht der Slowene Domen Prevc, der fünf der vergangenen sechs Springen gewonnen hat und die Gesamtwertung anführt. "Prevc ist der, der ansagen wird. Er lässt sich nicht durcheinanderbringen", sagte Hannawald. Auch der Japaner Ryoyu Kobayashi und Österreichs Trio um Jan Hörl, Daniel Tschofenig und Stefan Kraft zählen zu den Anwärtern.
Horngacher beruft Geiger und Wellinger
Zum ersten Höhepunkt des Winters setzt Bundestrainer Stefan Horngacher auf die in dieser Saison bislang enttäuschenden Karl Geiger und Andreas Wellinger. Die beiden früheren Tournee-Zweiten sind nach ihren Weltcup-Pausen wie auch Pius Paschke Teil des Aufgebots des Deutschen Skiverbands.
Zusätzlich zu den fünf Weltcup-Startern nehmen bei den ersten beiden Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen auch vier Athleten der nationalen Gruppe teil: Luca Roth und Ben Bayer, die bereits bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg im Kader waren, sowie Weltcup-Debütant Max Unglaube und Constantin Schmid.
Nach dem Auftakt in Oberstdorf geht es am 1. Januar mit dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen weiter. Die Entscheidung fällt dann in Österreich, wo am 4. Januar in Innsbruck und am 6. Januar in Bischofshofen gesprungen wird.