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Prevc: Ein Glas Bier und "so viel Schlaf wie möglich"

kicker

Auf den Schultern seiner Teamkollegen genoss Domen Prevc seinen überlegenen Triumph bei der Vierschanzentournee. Den berühmten goldenen Adler, den er aus den Händen von Tagessieger und Vorgänger Daniel Tschofenig aus Österreich erhalten hatte, reckte der slowenische Skisprung-Weltmeister erst stolz in Richtung seiner Fans und küsste ihn dann voller Begeisterung. Den deutschen Springern blieben nur Nebenrollen.

"Es ist ein ganz besonderer Moment. Ich bin total überwältigt von diesen ganzen Emotionen", sagte Prevc nach dem Finale. Der Überflieger ist in die Fußstapfen seines Bruders Peter getreten und hat genau zehn Jahre später dessen Skisprung-Triumph bei der Tournee nachgemacht.

Mit feuchten Augen umklammerte er dabei den Adler, als 4000 slowenische Fans bei der Siegerehrung voller Stolz die Nationalhymne mitgrölten. "Das ist ein Kindheitstraum, der wahr geworden ist", sagte der neue König der Lüfte nach seinem überlegenen Triumph bei der Vierschanzentournee sichtlich bewegt. Beim großen Finale reichte dem Weltmeister Rang zwei hinter Tschofenig, um Geschichte zu schreiben: "Ich habe davon geträumt, seit ich als Kind Thomas Morgenstern und später meinen Bruder beobachtet habe".

Prevc: So viel Schlaf wie möglich

"Jetzt trinke ich echt mal ein Glas Bier. Danach werden meine Feierlichkeiten sein, so viel Schlaf wie möglich zu haben", ließ Prevc wissen.

Deutschlands bislang letzter Sieger Sven Hannawald schwärmte vom erstmaligen Sieger: "Er hat sich mit Bravour durchgesetzt. Am Ende siehst du in seinem Gesicht, dass eine Befreiung rauskommt."

Raimund: "Fühle mich beschissen"

Der 26 Jahre alte Slowene sprang bei eisiger Kälte in Bischofshofen 138 und 138,5 Meter und beseitigte als Tageszweiter auf der Paul-Außerleitner-Schanze letzte kleine Zweifel an seinem erstmaligen Coup bei dem Traditionsevent.

„Ich fühle mich absolut beschissen.“ (Philipp Raimund)

Während Prevc die Ovationen genoss, blieb den angeschlagenen DSV-Adlern auch in Bischofshofen nur eine Nebenrolle. "Domen ist der absolut verdiente Sieger. Glückwunsch", sagte Felix Hoffmann. Der Thüringer sicherte trotz Knieproblemen als Zehnter auf der Paul-Außerleitner-Schanze zumindest den sechsten Rang in der Tourneewertung. "Das war eine coole Tournee, auch wenn der Abschluss leider nicht ganz zufriedenstellend war", sagte Hoffmann in der ARD.

Hoffmann (in Bischofshofen auf Rang zehn) und Philipp Raimund (Zwölfter) absolvierten letztlich zwar ordentliche Wettbewerbe, konnten mit der von Prevc angeführten Weltspitze aber erneut nicht mithalten. Sowohl Hoffmann (lädiertes Knie) als auch der kranke Raimund wirkten angeschlagen. "Ich fühle mich absolut beschissen. Mich hat es wirklich zerlegt heute Morgen", sagte Raimund in der ARD.

Wohl letzte Tournee ohne Frauen

Die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher komplettierten vor 12.500 Zuschauern mit großem Rückstand das Gesamtpodium hinter dem slowenischen Dominator. In der Endabrechnung nach vier Springen in ausverkauften und stimmungsvollen Stadien schafften es Hoffmann und Raimund auf die Ränge sechs und acht. Auf dem Tagespodium landete hinter Tschofenig und Prevc der Japaner Ryoyu Kobayashi.

Die 74. Ausgabe des Schanzen-Spektakels war wahrscheinlich die letzte, bei der ausschließlich Männer teilgenommen haben. Mit der Genehmigung für ein Flutlicht am Bergisel in Innsbruck sollen die Frauen im nächsten Winter zum Jubiläumsevent zum Programm dazustoßen. Geplant ist, dass sie ihre Springen jeweils am Quali-Tag der Männer absolvieren.

Hannawald: "Vielleicht nächstes Jahr"

Hannawald bleibt mit seinem historischen Vierfachsieg in der Saison 2001/02 der letzte deutsche Gesamtsieger. "Dieses Gefühl weitergeben zu dürfen, hätte ich mir gewünscht. Leider nicht, vielleicht klappt es nächstes Jahr. Wenn ich die Bilder sehe, wird es mir schon warm ums Herz", sagte der heutige ARD-Experte, als ihm im Auslauf von Bischofshofen mal wieder die Bilder von damals gezeigt wurden.

Zweieinhalb Wochen vor der Skiflug-WM in Oberstdorf und viereinhalb Wochen vor Olympia in Italien hat Bundestrainer Stefan Horngacher viel Arbeit vor sich, um das Team für die Großereignisse medaillentauglich zu machen. Das Ziel für die Tournee ("Dass wir unfallfrei wieder heimfahren - und erfolgreich sind") erfüllten seine Sportler nur bedingt.

Der im März scheidende Bundestrainer wird zumindest mit Blick auf die Tournee nach sieben Jahren unvollendet bleiben. So erging es auch über ein Jahrzehnt lang Vorgänger Werner Schuster, der zwar für WM-Titel und Olympiasiege sorgte, die deutschen Skisprung-Sehnsüchte nach einem nächsten Hannawald bei der Tournee aber nicht erfüllen konnte.