Während sich Philipp Raimund und Felix Hoffmann Hoffnung darauf machen dürfen, bei der Vierschanzentournee ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitzureden, geht es für die einstigen Top-Springer Andreas Wellinger und Karl Geiger dieser Tage darum, vor den Wettkämpfen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen wieder in Schwung zu kommen. Willkomenne Wettkampfpraxis konnte sich das Duo als Gaststarter bei den italienischen Meisterschaften holen - mit Erfolg.
Denn Wellinger und Geiger haben sich dort fünf Tage vor dem Beginn der Tournee (28.12. bis 6.1.) Selbstvertrauen geholt und ihre besten Saisonergebnisse verbucht - als Gaststarter bei den italienischen Meisterschaften in Predazzo, wo im Frühjahr die Skisprung-Wettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen stattfinden werden.
Bresadola wird Dritter - und italienischer Meister
Beim Wettbewerb auf der kleinen Schanze im Fleimstal, der als Testwettkampf für die Winterspiele ausgeschrieben und deshalb für ausländische Springer geöffnet war, wurde Wellinger Zweiter, Geiger landete auf Platz vier. Der Sieg ging an den Österreicher Stefan Rainer, "echter" italienischer Meister wurde Giovani Bresadola auf Platz drei. Wellinger sprang 103,5 und 101,5 Meter weit, Geiger setzte den Telemark bei beiden Sprüngen nach 101 Metern.
Wellinger und Geiger waren zuletzt nach ganz schwachen Leistungen aus dem Weltcup ausgestiegen und wollten sich im Hinblick auf die Tournee, die am Sonntag mit der Qualifikation in Oberstdorf beginnt, im Training technische Sicherheit holen. In Predazzo gelang das beiden mit durchweg soliden Wettkampfsprüngen, ihre Rückkehr zum prestigeträchtigen Wettbewerb hatten sie bereits zuvor angekündigt.
Die beiden Routiniers lieben die Normalschanze: Wellinger wurde 2018 Olympiasieger vom kleinen Bakken und holte dreimal WM-Silber. "Kleinschanzen-Karle" Geiger wurde Vizeweltmeister und WM-Dritter von der Normalschanze.