Philipp Raimund ist beim Weltcup im polnischen Wisla auf das Podest geflogen und hat sich nach seinem schwachen Abschneiden in Kuusamo eindrucksvoll zurückgemeldet. Der 25-Jährige aus Oberstdorf musste sich auf der Adam-Malysz-Schanze in Schlesien nur dem überragenden Slowenen Domen Prevc geschlagen geben und egalisierte als Zweiter sein bestes Karriere-Ergebnis.
Tschofenig rutscht bei Rückenwind ab
Nach Sprüngen auf 129,0 und 130,5 m (279,4 Punkte) fehlten Raimund knapp vier Meter zu seinem ersten Weltcup-Sieg. Weltmeister Prevc sicherte sich seinen zehnten Karriere-Erfolg souverän mit Sprüngen auf 136,0 und 130,0 m (286,2). Dritter wurde der japanische Olympiasieger Ryoyu Kobayashi (267,2). Weltcup-Titelverteidiger Daniel Tschofenig, Auftaktsieger von Lillehammer, rutschte am Samstag im von Rückenwind beeinflussten Finale vom dritten auf den sechsten Platz zurück. "Bitter, aber es war definitiv mehr drinnen. Ich tue mir mit dem Tisch ein bisschen schwer. Es ist ein bisschen durchwachsen. Wir schauen, dass wir morgen weiter vorne landen können", sagte der Kärntner zum ORF.
Raimund fehlten am Ende nur 6,8 Punkte zu seinem ersten Weltcupsieg. "Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz. Ich hatte gehofft, dass er heute gewinnt, denn er hat einen tollen Sprung gezeigt im zweiten Durchgang. Aber Domen ist auch weit geflogen, das müssen wir akzeptieren", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF und prophezeite: "Irgendwann wird er sicher gewinnen. Das ist nur eine Frage der Zeit."
Erneutes Podium nach Falun - Hoffmann stark
Raimund hatte bereits auf der dritten Weltcup-Station im schwedischen Falun mit Platz drei geglänzt. Zuletzt hatte er dann aber im finnischen Windchaos als 32. den zweiten Durchgang verpasst.
Starker Fünfter wurde am Samstag Felix Hoffmann (265,7). "Auch er hat einen Super-Job gemacht", sagte Horngacher. Der deutsche Überraschungsmann zeigte erneut keinen Wackler, in keinem der bisherigen sechs Saisonspringen war er schlechter als Rang zwölf und dürfte für die am 29. Dezember beginnende Vierschanzentournee gesetzt sein.
Routinier Pius Paschke kam nach einem starken zweiten Sprung auf Rang 17. Der zweimalige Olympiasieger Andreas Wellinger schied als 39. im ersten Durchgang aus. Wellinger hatte schon am Freitagabend als 43. in der Qualifikation enttäuscht. "Es ist wirklich eine Tüftelei. Ich weiß, wo ich hin will, aber die Sprünge funktionieren nur punktuell. Momentan bin ich genervt, aber in meiner Karriere habe ich es schon öfter erlebt, dass es nicht so läuft, wie man sich das wünscht. Jetzt heißt das Ziel, mich heranzuarbeiten", sagte der 30-Jährige.
Karl Geiger hatte die Quali sogar nicht einmal überstanden und fehlte am Samstag bei den entscheidenden Durchgängen.
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