Pläne für einen Grand Prix von Thailand werden seit über einem Jahr ernsthaft diskutiert. Formel-1-CEO Stefano Domenicali war zuletzt im März zu Gesprächen nach Bangkok gereist. Scheinbar mit Erfolg, denn am Dienstag nahm das Kabinett einen Antrag der Regierung auf Ausrichtung eines Grand Prix an. Das finanzielle Volumen der Pläne wird auf 1,2 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Die Rennen sollen bereits zwischen 2028 und 2032 in der Metropole stattfinden, das Layout des potenziellen Straßenkurses in Bangkok ist aber noch nicht bekannt. Nach Angaben von Regierungssprecher Jirayu Houngsub wird die Gegend um den populären Chatuchak-Markt im Norden der Stadt in Erwägung gezogen.
Bald ein Heimspiel für Albon?
Die thailändische Regierung wirbt dabei für ein "nachhaltiges" Rennen, der Grand Prix solle dem Land 600 Millionen Dollar einbringen. An Zuschauerinteresse dürfte es nicht mangeln, schließlich ist der britisch-thailändische Williams-Pilot Alexander Albon seit Jahren in der Formel 1 etabliert. Zudem hat der Red-Bull-Konzern, mit Max Verstappen zuletzt Serien-Weltmeister, seinen Ursprung in Thailand.
Dass die Region Südostasien verrückt nach Motorsport ist, ist längst bekannt. Seit 2008 fährt die Formel 1 in Singapur, das aufgrund der extremen Hitze und Luftfeuchtigkeit als das härteste Rennen der Saison gilt. Auch Vietnam sicherte sich bereits einen Grand Prix, in der Hauptstadt Hanoi wurde ein teurer Stadtkurs errichtet. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Premiere des Grand Prix 2020 aber abgesagt, in Vietnam wurde nie gefahren, die Strecke ist mittlerweile verfallen. Malaysia war von 1999 bis 2017 Bestandteil im Formel-1-Kalender.
Dieser umfasst aktuell 24 Rennen, die meisten Strecken haben langfristige Verträge. Für neue, finanziell lukrative Veranstalter ist die Formel 1 aber stets offen. So feiert in der kommenden Saison der Grand Prix von Madrid seine Premiere.