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Das Ende einer einzigartigen Erfolgsstory im Frauen-Padel

kicker

Aus Barcelona berichtet Markus Löser

Sonntag, 14. Dezember 2025, 13.26 Uhr, Barcelona, Palau Sant Jordi: das Ende einer Ära und zugleich der Beginn einer neuen Zeitrechnung im Frauen-Padel. Für das über Jahre dominierende Doppel Ariana Sanchez/Paula Josemaria war es nach 44 gemeinsamen Titeln das "Endspiel" einer bis dato nahezu einzigartigen Spielgemeinschaft. Über 15.000 Fans spendierten den Spanierinnen Standing Ovations.

"Dinamita" lässt es zum Abschied noch mal krachen

Das 7:5, 7:6 (4) gegen Sofia Araujo (Portugal)/Andrea Ustero (Spanien) im Spiel um Platz 3 bei den Premier Padel Finals geriet beinahe zur Nebensache. Josemaria, Spitzname "Dinamita", war es mit einem ihrer "wie Dynamit explodierenden" Schmetterbälle vorbehalten, gleich den ersten Matchball zu verwandeln, nachdem der zweite Satz einem wahren Break-Festival geglichen hatte.

"Muchas gracias" und "Gracias Campeonas!" prangte auf dem überdimensionalen Videowürfel unterhalb der gigantischen Kuppel eines der Schauplätze während der Olympischen Sommerspiele von 1992. Die amtierenden Weltmeisterinnen verdrückten nur kurz ein paar Tränchen, genossen im Anschluss den Jubelsturm von den Rängen in vollen Zügen. "Ich habe in diesen Momenten an all unsere Titel gedacht, die guten und schlechten Zeiten, die Widerstände, die wir nicht nur einmal überwinden mussten", verriet Josemaria. Sanchez pflichtete ihr bei und ergänzte: "Wenn man viel und hart arbeitet, jeden Tag kämpft, dann können deine Träume Wirklichkeit werden. Das ist uns gelungen."

Offenes Geheimnis: Neue Träume mit neuen Partnerinnen

Welche neuen Träume - mit dann neuen Partnerinnen - sie künftig in die Tat umsetzen wollen? "Die Frage ist zu schwierig", betonten beide unisono. Man darf gespannt sein, wann Linkshänderin Josemaria und Rechtshänderin Sanchez auch offiziell verraten, dass sie in die Saison 2026 mit den wohl nicht nur auf dem Papier hervorragend zu ihnen passenden Beatriz Gonzalez (Schlaghand rechts) und Andrea Ustero (links) starten werden …

Stupaczuk schlägt Änderungen im Reglement vor

Frust pur nach vergebenen Satzbällen bei einer 5:4-Führung, ein mit entsprechender Wut aus dem Court geworfener Ball - Francisco "Paquito" Navarro ließ keine Zweifel aufkommen, wie ernst er das Spiel um Platz 3 nahm. Geholfen hat der Gefühlsausbruch nichts. Nach dem verlorenen Tiebreak (2) im ersten Satz an der Seite von Jon Sanz behielten die Argentinier Franco Stupaczuk/Martin Di Nenno auch im zweiten Akt mit 6:3 die Oberhand.

"Eigentlich mag ich das Format nicht, einen dritten Platz auszuspielen", räumte Di Nenno ein, aber: "Es geht um Weltranglistenpunkte und ein bisschen Geld." Jeweils 21.000 Euro für die Drittplatzierten, Navarro/Sanz kassierten jeweils 13.500 Euro. Di Nenno richtete den Blick allerdings bereits in die ferne Zukunft. Sollte es bei den Sommerspielen in Brisbane 2032 zur Padel-Premiere bei Olympia kommen, "müssen wir den Platz um Bronze ja auch ausspielen".

Mit einem revolutionären Vorschlag wartete Stupaczuk auf: "Ich wünsche mir, dass wir wieder zur Golden-Point-Regel zurückkehren." Die sah vor, dass nach Einstand der nächste Punkt über den Spielgewinn entscheidet. Die Begegnungen verliefen insgesamt schneller, größerer Nervenkitzel war garantiert. "Vielleicht können wir einen Mittelweg finden, dass spätestens nach dreimal Einstand der Golden Point zum Tragen kommt." Jetzt sind die Regelhüter am Zug …

Nicht fragen, nur wundern. Oder besser: Kopfschütteln? Das muntere Bäumchen-wechsel-dich in der Padelszene findet laut Di Nenno eine Fortsetzung. Nachdem er erst seit Ende Oktober mit Stupaczuk agierte, ist das Projekt bereits wieder Geschichte: "Im kommenden Jahr werden wir wieder gegeneinander spielen - hoffentlich in vielen Endspielen." Es ist eher zu hoffen, dass dieses (Transfer-)Spielchen jetzt endlich mal ein Ende finden. Wie sagte Erfolgscoach Rodri Ovite zuletzt im kicker-Interview doch so treffend: "Ich könnte verzweifeln. Die heutige Generation ist einfach viel zu ungeduldig." Kein Einspruch.