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"Die besten Fans in Frankreich": Das ist bei Nantes einzigartig

kicker

Rund 1.000 Fans unterstützten den HBC Nantes 2018 beim Halbfinale in Köln im Fanblock des Außenseiters - und sorgten damit für eine überragende Stimmung im weiten Rund der Arena. Mit dem Slogan #tomakehstory auf den Shirts stellten sich die Anhänger lautstark hinter ihre Mannschaft. Als der Sieg sicher war, brachen die Dämme: Die französischen Fans tanzten auf der Tribüne, strahlten über das ganze Gesicht und feierten den Coup ihrer Mannschaft.Mitten drin: Die berüchtigte Blaskapelle. Als Nantes vor zehn Jahren noch in der 2. Liga spielte, gründete sich die Gruppe und steuert seitdem Lieder und Fanfaren bei. "Wir spielen nur für HBC", betonte Guillaume, der einzige Klarinettist der Gruppe, im Gespräch mit handball-world. "Wir unterstützen das Team bei jedem Heimspiel." Vorbild für die Blaskappelle ist eine südfranzösische Gruppe aus dem Rugby. "Banda hat immer begeisternde Lieder für alle in der Mannschaft", erklärt Guillaume. "Es klappt auch für Handball. Es ist ein Spaß für uns, für die Mannschaft zu spielen."

Wenn man Dominik Klein, der damals in Köln die letzten Spiele seiner Karriere absolvierte, auf die Fans von Nantes anspricht, gerät der Linksaußen regelrecht ins Schwärmen. Die Unterstützung der Anhänger, ihre Begeisterung und ganz besonders die Blaskapelle haben es dem 34-Jährigen angetan. "Mir wurde vorher gesagt, dass ich zu dem Verein mit den besten Fans in Frankreich komme - und das hat sich bewahrheitet", betonte Klein die Bedeutung bereits vor dem damaligen Final4. "Wir werden einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen, was die Fankultur angeht - und Farbe ins Spiel bringen."

Dass der Linksaußen damit recht behalten sollte, zeigte sich nicht nur im ersten Halbfinale. Auch im zweiten Semifinale zwischen Montpellier AHB und Vardar Skopje machte sich der lilafarbene Block lautstark bemerkbar, initiierte beharrlich eine LaOla-Welle und schlug sich doch klar auf die Seite seiner Landsmänner. Als die Spieler von Montpellier die Halle nach dem Abpfiff durch den Tunnel unter dem Nantes-Fanblock verließen, wurden sie beklatscht - und applaudierten selbst dankbar in Richtung der Nantes-Anhänger.

Auch die Spieler von Nantes wussten den Support ihres Fanblocks - natürlich - zu schätzen. So kletterten einige Akteure, unter ihnen auch Kapitän Rock Feliho, während des zweiten Halbfinals in die Kurve und verfolgten die Partie gemeinsam mit ihren Anhängern. "Für uns alle, für den ganzen Fanblock, der an diesem Wochenende hier ist, ist dieses Turnier etwas Besonderes", beschrieb Klein den engen Zusammenhalt zwischen dem Team und den Fans nach dem 32:28 im Halbfinale. "Das sind einfach die Pluspunkte - die Motivationspunkte -, die wir gegen Paris für uns hatten!"

Ex-Nationalspieler Stefan Lövgren, der das Final Four seit Jahren begleitet, zeigte sich seinerzeit ebenfalls begeistert von der Unterstützung, die Nantes durch seinen Fanblock genießt. "Sie haben wirklich dazu beigetragen, dass wir gestern diese tolle Stimmung in der Halle hatten", unterstrich der Schwede. "Viele von ihnen schauen das Final Four seit Jahren zu Hause und einige waren vielleicht schon hier - jetzt konnten und wollten sie endlich selbst etwas dazu beitragen. Sie haben ihrer eigenen Mannschaft sehr geholfen!"

Sympathisch, begeisterungsfähig und immer friedlich: Für die Anhänger aus Nantes war die Reise bereits vor dem Endspiel ein Erfolg. Auch am Sonntag machten die Franzosen früh Stimmung und intonierten - selbstverständlich begleitet von der Blaskapelle - die französische Nationalhymne im Foyer. "Für uns ist es egal, gegen wen es jetzt geht - wir haben jetzt schon gewonnen", freute sich auch Klarinettist Guillaume - und ergänzt: "Allerdings ist uns Montpellier ein kleines bisschen lieber, weil es auch Franzosen sind." Und es wurde Montpellier, das am Ende das französische Finale mit 32:27 für sich entschied.