Rafael Guijosa wollte den Iran nach Ausbruchs des Konflikts mit Israel schnellstmöglich verlassen. Wie der Spanier, der 2000 im All-Star-Team der Olympischen Spiele stand und der mit dem FC Barcelona fünfmal die EHF Champions League gewinnen konnte, der Nachrichtenagentur EFE Anfang der Woche berichtete, sei er "an einem sicheren Ort" und warte darauf, dass sich "alles beruhigt", um "sichere Lösungen" von der spanischen Botschaft zu erhalten."Ich stehe täglich in Kontakt mit der Botschaft sowie mit dem iranischen, dem spanischen und dem internationalen Verband (IHF). Sie alle stehen in Kontakt mit mir, aber im Moment müssen wir ruhig bleiben", schrieb Guijosa der EFE und berichtet, dass der Luftraum über dem Iran aktuell gesperrt sei. "Die Straßenvariante - 1.300 Kilometer bis zur türkischen Grenze - ist unrentabel, gefährlich und ein echtes Verkehrschaos."
"Das Einzige, was mir wirklich Sorgen macht, wäre der Verlust des Internets und die fehlende Möglichkeit, mit meiner Familie zu kommunizieren, was sie noch mehr beunruhigen wird. Im Moment möchte ich meinen Seelenfrieden vermitteln", schreibt Guijosa, der im September 2024 als Nachfolger von Veselin Vujovic präsentiert wurde, der EFE weiter, der die Zustände im Iran als chaotisch bezeichnet.
"Rafa kann nur per E-Mail kontaktiert werden, nicht per Telefon", berichtete Spaniens Verbandspräsident Francisco Blazquez der EFE vor einigen Tagen und kündigte damals an: "Wir alle werden alles tun, um ihn dort herauszuholen; wir prüfen viele Möglichkeiten, auch auf dem Seeweg. Das Gute ist, dass wir weiterhin in ständigem Kontakt mit ihm stehen, aber es ist klar, dass wir sehr besorgt sind, wenn wir sehen, wie ein Landsmann von uns dort gefangen ist."
Guijosa in Sicherheit
Mittlerweile ist Guijosa in Sicherheit. "Der Mittwoch war ein sehr harter Tag. Die Botschaft sagte uns, dass sie einen Evakuierungsplan hätten. Wir sind ein bisschen spät losgefahren. Es gab Leute, die nicht dorthin gelangen konnten, weil in Teheran ein Verkehrschaos herrschte und es gefährlich war, sich zu bewegen. Wir sind schließlich ohne große Probleme losgefahren; es gab nicht viel Verkehr, um Teheran zu verlassen", gab die spanische Handball-Legende mittlerweile ein Update der EFE.
"Wir verbrachten den ganzen Tag damit, zur armenischen Grenze zu fahren. Es gab keine Probleme bei der Durchreise. Der Konsul begleitete uns die ganze Zeit bis zum Grenzübertritt und kehrte dann nach Teheran zurück. Wir überquerten einen Fluss und gingen ohne Probleme durch die Passkontrolle", berichtet Guijosa über die rund 800 Kilometer Reise bis an Nordgrenze des Irans bis zum Fluss Aras.
Weitere 400 Kilometer weiter ging es dann in die Hauptstadt Jerewan. "Nachts stiegen wir in einen Bus, der uns zum Flughafen brachte, und warten nun auf das Flugzeug, das uns zurück nach Spanien bringt", so Guijosa, der Welthandballer von 1999, weiter und Verbandspräsident Blazquez betont: "Es waren sehr intensive Tage mit wachsender Sorge, aber glücklicherweise wurde eine Lösung gefunden."
Aktuell bereitet sich der Iran auf die kommende Asienmeisterschaft vor. Die soll ab dem 26. Januar 2026 in Kuwait ausgetragen werden und dient als Qualifikationsturnier für die Handball-WM 2027 in Deutschland - ob die Mannschaft aufgrund der aktuellen Entwicklungen an der Quali wirklich teilnimmt, scheint allerdings offen.