Traditionell bauen die 32 Teams der besten Eishockeyliga der Welt den Großteil ihres neuen Kaders rund um den Draft und den Start der Free Agency. Der Draft steigt am kommenden Wochenende, Free Agents dürfen ab dem 1. Juli bei einem Klub unterschreiben. Zu den heißesten gehandelten Aktien gehört in diesem Jahr J.J. Peterka, der 23-jährige Stürmer der Buffalo Sabres.
Der Vertrag des Deutschen läuft aus, allerdings halten die notorisch erfolglosen Sabres die Rechte an ihm. Dennoch müssten sich beide Parteien einig werden, seit längerem gibt es Gerüchte um einen Trade, also Tausch, Peterkas, der in der vergangenen Saison mit 68 Scorerpunkten (davon 27 Tore) in 77 Partien stark Werbung in eigener Sache betrieb. Zuletzt verdiente er 925.000 US-Dollar pro Saison und darf nun mit einer deutlichen Steigerung rechnen, sechs Millionen pro Jahr sind nicht unrealistisch. Ein gehandelter Interessent für Peterka sind die New York Rangers.
Mit dem neuen Vertrag nähert er sich den deutschen Superstars an, die nicht wechseln werden. Leon Draisaitl kassiert bei den Edmonton Oilers künftig 14 Millionen Dollar pro Saison, Tim Stützle verdient bei den Ottawa Senators 8,35 Millionen Dollar, Moritz Seider bei den Detroit Red Wings gar 8,55 Millonen.
Sturm: Cup-Gewinn zu barer Münze?
Einen neuen Klub dürfte Nico Sturm finden, der mit den Florida Panthers soeben seinen zweiten Stanley Cup gewonnen hat, auch wenn er nur acht Playoff-Spiele bestritt und in der Finalserie gegen die Oilers nicht eingesetzt wurde. Der 30-jährige Center bekam zuletzt zwei Millionen Dollar pro Jahr, abgeschlossen hatte er den Vertrag bei den San Jose Sharks. Als erneuter Stanley-Cup-Sieger und Spezialist für Faceoffs sollte er ohne Mühe ein neues NHL-Zuhause finden.
Noch ein Jahr Vertrag hat Lukas Reichel bei den Chicago Blackhawks, der ihm 1,2 Millionen Dollar pro Saison einbringt. Doch der frühere First-Round-Pick kommt bei allem Talent in Chicago nicht richtig voran, gilt deshalb als Trade-Kandidat. Ein Interessent könnten tatsächlich Draisaitls Oilers sein, deren General Manager Stan Bowman einst als Verantwortlicher bei den Blackhawks Reichel draftete. Die Hoffnung: Mit besseren Mitspielern könnte Reichels Knoten platzen, er sein fraglos vorhandenes Talent voll entfalten.
Noch zwei Jahre über 5,9 Millionen Dollar pro Saison läuft der Vertrag von Philipp Grubauer in Seattle. Doch vor einem Umzug sicher fühlen sollte sich der 33-jährige Goalie nicht zu sehr. Er verlor seinen Stammplatz an Joey Daccord und ist für einen Backup eigentlich zu teuer. Ein Trade mit diesem Vertrag und mit Blick auf Grubauers Vertragslaufzeit und Alter dürfte jedoch schwierig sei, ein Buyout, also eine Vertragsauflösung ist kein völlig unrealistisches Szenario. Für ihn wie alle anderen gilt: abwarten.
Positiv: Die deutsche Kolonie in der NHL könnte bald größer werden. Josh Samanski (23) wagt den Sprung von den Straubing Tigers zu den Edmonton Oilers, ist zunächst für deren Farmteam in Bakersfield vorgesehen. Wojciech Stachowiak (25) hat sich für ein Jahr an den Tampa Bay Lightning gebunden. Der frühere Ingolstädter wird ebenfalls kämpfen müssen, es ins NHL-Team zu schaffen. Goalie Arno Tiefensee (23) schließt sich der Franchise der Dallas Stars an, wird dort jedoch nicht an Jake Oettinger vorbeikommen und wohl ebenfalls zunächst im Farmteam auflaufen.