Diese Situation hat die Aufmerksamkeit von Johan Eliasch, dem Präsidenten des Internationalen Skiverbandes (FIS), auf sich gezogen. Am Rande der Frauen-Speedrennen in Val d'Isère äusserte der 63-jährige Schwede seine Bedenken: "Die italienische Regierung und die Regionen, die die Spiele ausrichten, haben noch viel zu tun und müssen die Vorbereitungen beschleunigen", wie er vom Blick zitiert wird.
Eliasch betonte die intensive Kommunikation zwischen der FIS und den lokalen Organisatoren. "Wir rufen dreimal täglich an, morgens, mittags und abends", erklärte er. Als Hauptgrund für die Verzögerungen nannte er finanzielle Engpässe aufgrund zurückgehaltener Gelder seitens der italienischen Regierung. "Daher haben die Organisatoren Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen. Das ist wirklich schade", fügte Eliasch hinzu.
In Livigno wurde ein kostspieliger Stausee für rund 18,6 Millionen Franken angelegt, um die Wasserversorgung für die Schneekanonen sicherzustellen. Trotz der Fertigstellung Ende November 2025 verzögerte sich der Beginn der Schneeproduktion aufgrund technischer Probleme.
Remo Galli, der Bürgermeister von Livigno, wies Eliaschs Bedenken jedoch zurück. Gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa erklärte er, dass lediglich ein Ventil ausgetauscht werden musste. "Alle Schneekanonen sind seit einigen Abenden in Betrieb", versicherte Galli. Er zeigte sich zuversichtlich angesichts der Wettervorhersage, die sinkende Temperaturen und damit günstigere Bedingungen für die Schneeproduktion verspricht.
Die Situation unterstreicht die Herausforderungen, denen sich Winterspiele-Organisatoren in Zeiten des Klimawandels gegenübersehen. Die Abhängigkeit von künstlicher Beschneiung wird immer grösser, was sowohl ökologische als auch logistische Fragen aufwirft.