"Die Schweden sind eine sehr spielstarke Mannschaft und haben einen überragenden Mansson auf Rückraum Mitte, der das Spiel nicht nur lenkt, sondern auch selbst torgefährlich ist", streicht Bundestrainer Martin Heuberger vor dem Viertelfinale heraus und auch Kreisläufer Jan Schmidt betont: "Wir wissen, was da auf uns zukommt. Wir wissen, dass halt alles über Mansson läuft."
Axel Mansson wurde am 10. Mai 2005 in Löddeköpinge geboren und fühlt sich im zentralen Rückraum heimisch. Zunächst noch bei Lödde Vikings HK aktiv, nahm ihn 2022 der schwedische Erstligist Lugi Lund unter Vertrag. Aus Lund verabschiedete sich Mansson 2024 als Torschützenkönig der Handbollsliga mit 169 Saisontoren, 126 Assists und dem höchsten MEP-Wert 100,55, der ähnlich wie der HPI in Deutschland den Einfluss eines Spielers misst.
Vertrag in Kristianstad bis 2027
"Als Jugendlicher die ganze Zeit in einer Mannschaft der unteren Tabelle spielen zu können, war das Beste, was mir für meine Entwicklung passieren konnte. Es spielte keine Rolle, wie schlecht ich war, ich durfte trotzdem spielen. Ich glaube, ich habe während der gesamten Serie jeden Angriff in jedem Spiel gespielt, und selbst wenn ich im Spiel viele Schüsse verschossen habe, habe ich weiter geschossen", so Mansson gegenüber dem Sportsbladet.
Seit dem vergangenen Sommer zieht er bei IFK Kristianstad die Fäden, glänze mit 147 Toren und 82 Assists und besitzt dort noch einen Vertrag bis 2027. "Das Trainingsumfeld. Die Professionalität mit Training am Vormittag, Physiotherapeut immer vor Ort und Mittagessen nach dem Training. Die Nähe zur Heimat in Lödde. Vor dem größten Publikum Schwedens zu spielen. Die Möglichkeit, in Europa zu spielen", begründete Mansson seinen Wechsel.
Vater ist Meistertrainer, Bruder ebenfalls Profi
Mansson stammt aus einer echten Handballfamilie. Schon Vater Ola Mansson war als Spieler wie auch als Trainer erfolgreich. Als Chefcoach wurde er mit Eslöv und Hörr insgesamt dreimal schwedischer Meister und war dreimal auch Trainer des Jahres in Schwedens Elitserien.
Auch sein älterer Bruder Albert, aktuell bei Alingsas HK im zentralen Rückraum, spielt Handball auf Spitzenniveau und auch Schwester Majken steht schon in den Startlöchern. "Natürlich hilft es, einen Vater zu haben, der ein Elitetrainer ist, und einen Bruder, der in der ersten Liga gespielt hat und so weiter", sagt Axel Mansson über seine handballerischen Wurzeln. "Es gibt immer jemanden, mit dem man reden kann und der einem ein Feedback geben kann, wenn man das braucht."
Verbindung zum DHB
Und bei Mansson klingelt es auch bei den Fans des deutschen Handballs. Denn: Sein Cousin Anton Mansson spielte in der Handball-Bundesliga für die MT Melsungen (2010-14), den TBV Lemgo Lippe (2015-17) und GWD Minden (2017-19).
Aktuell steht Anton, der Ehemann der ehemaligen deutschen Nationalspielerin Nadja Mansson (geb. Nadgornaja), bei Ystads IF unter Vertrag und konnte nach der Meisterschaft in der Schweiz mit den Kadetten Schaffhausen nun auch zum zweiten Mal die schwedische Meisterschaft mit Ystads IF gewinnen.
All-Star bei der U18-Europameisterschaft
Der größte Erfolg von Axel Mansson war die Nominierung für das All-Star-Team bei der U18-Europameisterschaft 2022. Bei diesem Turnier holte Schweden die Silbermedaille. Bei der anschließenden U19-Weltmeisterschaft musste man sich in der Vorrunde überraschend Iran und den Färöer geschlagen geben, kam so nur als 17. mit dem Sieg im President's Cup nach Hause. Letztes Jahr wurden die "Tre Kronor" bei der U20-Europameisterschaft Fünfter.
Mansson steht schon seit Jahren im Rampenlicht, als 15-Jähriger listete ihn die Zeitung Sportsbladet in der Liste der größten Handball-Teenager-Talente auf Platz 3, schnappte sich in den Folgejahren Platz 5 (2021), Platz 2 (2022) und Platz 1 (2023). Im April dieses Jahres wurde er im Rahmen des EHF Euro Cup erstmals zur A-Nationalmannschaft eingeladen.