"Wir haben uns maximal professionell auf dieses Spiel vorbereitet", betont Routinier Dennis Szczesny, der am heutigen Montag seinen letzten Urlaubstag hat, bevor es dann in Beruf und mit dem neuen Klub wieder losgeht. "Wir haben am Donnerstag angefangen zu trainieren und haben dann drei Einheiten gemacht. Der Donnerstag war noch ein wenig zum reinkommen, denn wir haben ja zweieinhalb Wochen keinen Handball mehr gespielt. Das ist auch gefährlich auf dem Boden. Wir haben die Intensität von Tag zu Tag gesteigert, um das Maximale rauszuholen."
"Wir starten mit 3:7 und das kann man sportlich nehmen", bilanzierte Essens Trainer Daniel Haase: "Oft haben wir das Problem, dass wir zu schnell zu viel wollen. Egal in welcher Formation, wir hatten technische Fehler, Stürmerfouls. Ich habe dann die Auszeit genommen und wir holen sukzessive Stück für Stück auf."
Näher als zwei Tore kamen die Hausherren im Laufe des ersten Durchgangs nicht und nach dem Seitenwechsel beim 14:18 kam man auch nicht mehr in die Schlagdistanz. "Irgendwann muss ich dann Felix Göttler, der alles reinhauen wollte, bei einem gewissen Spielstand auch rausnehmen", so Haase über seinen Schlüsselspieler, der seit dem Ligaende vollständig bei der U21-Nationalmannschaft weilte.
"Absprachen passen nicht"
"Es ist in Ordnung dafür, dass ich jetzt seit vier Wochen nicht mehr mit der Mannschaft trainiert habe", kommentierte Göttler seine Leistung beim Streamingdienst Dyn und betonte: "Man merkt, dass die Absprachen nicht passen. Da brauchen wir mehr Stabilität."
"Wir sind mit der absolut besten Mannschaft, die irgendwie möglich war, hier heute angetreten. Jeder, für den es irgendwie möglich war, aus dem Urlaub zu kommen, seinen Urlaub zu stornieren, der hat das getan", kommentierte auch Nils Homscheid, der aufgrund eines Kreuzbandrisses nur auf Krücken die Partie verfolgen konnte, die Begegnung beim Streamingdienst Dyn.
Trainer Haase betonte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: "Wir haben 16 Mann aufgeboten. Wir haben in der Startformation Leute aufgeboten, die hier immer spielen, nächstes Jahr auch im Mittelblock spielen und unsere Torhüter dahinter."
Göttler via Heidelberg nach Essen
"Felix ist erst gestern (Samstag, Anm.) aus Polen zurückgereist. Da er seinen Schlüssel nicht dabei hatte, musste er erst einmal nach Heidelberg reisen und er kam dann gestern Abend irgendwann an. Riesenrespekt, was er abgeliefert hat", strich Dennis Szczesny die Begleitumstände heraus.
Und der Routinier hob auch noch einen anderen Mitspieler heraus. "Lev Shuaref hat sich Samstagmorgen in den Flieger gesetzt, obwohl er eigentlich auch zuhause bei seiner Familie Urlaub hatte. Auch er hat alles reingeschmissen, was ging." Auch Haase betonte: "Lev ist direkt vom Flughafen zum Training gefahren."
Mit B-Jugendlichen "aus der Not eine Tugend" gemacht
Und dann hatte Trainer Daniel Haase auch angesichts von fünf Verletzten und vier weiteren Ausfällen vier Siebzehn-Jährige aufgeboten. "Spieler, die wir am 14. Juli zum Trainingsstart fit haben wollen, lassen wir nicht verletzt oder angeschlagen auflaufen. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht."
"Das waren Spieler aus dem Jahrgang 2008, die mussten erst einmal spielberechtigt werden", betonte Essens Coach zu den spieltechnischen Hindernissen im Vorfeld. Auch weil einige der letztjährigen A-Jugend aufgrund von Abiturprüfungen nicht verfügbar waren. "Das war ein wilder Haufen, aber es ist schön, dass Danilo Zunic von rechtsaußen getroffen hat, dass Mika Petersen aus der zweiten Mannschaft ein Tor gemacht hat oder Hugo Zilkens ein Stürmerfoul gezogen hat. Da nehmen die Jungs viel mit und es kann sein, dass das der Start einer Karriere ist. Man muss das nicht nur negativ sehen, sondern auch mal positiv."
"Nicht ganz das Tempo, was Dessau hatte"
"Es war eine ordentliche Leistung, aber ich vergleiche auch ein wenig das mit der Leistung von der HSG Nordhorn-Lingen, als sie hier bei uns gespielt haben. Die haben auch mit acht Spielern gegen uns das Spiel mit drei Toren gewonnen. Das wäre auch für uns drin gewesen, wenn alle einen guten Tag haben."
"Wir hatten heute eine ordentliche Truppe zusammen, aber auch nicht diese Wechselmöglichkeiten. Dafür waren nicht alle auf dem Top-Level", bilanziert Szczesny die 24:30-Niederlage und Daniel Haase betonte: "Wir hatten eine gute Abwehrsequenz, aber wir hatten nicht ganz das Tempo, was Dessau hatte. Am Ende ist der Sieg in der Höhe mit der Geschichte völlig verdient."