Die TSV Hannover-Burgdorf will eine einstweilige Verfügung gegen die Vermietungsgesellschaft der ZAG Arena erwirken. Das gab das Landgericht Hannover bekannt und teilte mittlerweile mit, wann in der Sache ein erstes Urteil gesprochen wird.
Die Vermietungsgesellschaft, deren Geschäftsführer Günter Papenburg ist, macht "erhebliche Miet-Nachforderungen" geltend, wie es das Gericht formuliert. Mit einer im April beim Landgericht eingegangenen Klage werden für die Zeit von September 2024 bis März 2025 etwa 580.000 Euro von den "Recken" gefordert.
Grund hierfür sei, dass die Arena "erhebliche Kostensteigerungen" habe tragen müssen. Bei diesen 580.000 Euro geht es wohlgemerkt nur um Kostensteigerungen - und das innerhalb von nicht einmal einer ganzen Saison. Die Recken sehen für diese Summe gar keine Grundlage. Selbst sei Papenburg "eigenen Verpflichtungen" nicht nachgekommen.
Vermieter droht mit Recken-Aus in der ZAG Arena
"Nunmehr droht die Vermietungsgesellschaft damit, die Halle für die kommende Saison nicht mehr zur Verfügung zu stellen, wenn nicht nachgezahlt wird", so das Landgericht Hannover. In der Saison 2021/22, während der Corona-Pandemie, hatten sich Klub und Vermieter auf eine langfristige Verlängerung bis 2030 geeinigt.
"Wir glauben weiterhin an die Perspektive und sind davon überzeugt, es muss aber auch weiterhin machbar und darstellbar sein. Den Wert, den die Recken für Hannover, Niedersachsen und die Arena haben, haben wir augenscheinlich unter Beweis gestellt", sagt TSV-Geschäftsführer Eike Korsen nun gegenüber handball-world.
"Vor dem Hintergrund ist es umso bedauerlicher, dass wir zu solchen Schritten gezwungen werden", betont er. Der Bundesliga-Klub und Papenburg haben eine juristische Vorgeschichte: In der Vergangenheit standen sich beide Seiten schon mal vor Gericht gegenüber.
Zweithöchster Zuschauerschnitt der Liga
Die TSV Hannover-Burgdorf hat ihren Dauerkarten-Vorverkauf für die Saison 2025/26 bereits Mitte März gestartet. In der gerade abgelaufenen Spielzeit war die ZAG Arena regelmäßig mit 9.900 Zuschauern ausverkauft. Hannover hat mit 9.169 Besuchern den zweithöchsten Bundesliga-Zuschauerschnitt 2024/25. Nur Rekordmeister THW Kiel (10.071) war besser.
Die ZAG Arena ist für die Handballer aus der niedersächsischen Landeshauptstadt alternativlos. Die Swiss Life Hall (rund 4.500 Plätze) in Hannover ist nur eine Option für Europapokal-Spiele.
Die "3. Kammer für Handelssachen" beim Landgericht Hannover verhandelte am heutigen Mittwoch (18. Juni) um 12.30 Uhr, ob die TSV Hannover-Burgdorf die ZAG Arena trotz der von Papenburg behaupteten Zahlungsrückstände weiter nutzen darf.
handball-world hakte beim Landgericht Hannover nach, der Termin für die Urteilsverkündung ist kommende Woche Freitag am 27. Juni. Die Kammer habe zu erkennen gegeben, dass sie gewillt ist, der einstweiligen Verfügung stattzugeben - ein erstes positives Signal für die Recken. Endgültig vom Tisch ist das Verfahren aber nicht, da auch eine Klage von Günter Papenburg gegen die TSV Hannover-Burgdorf Handball GmbH dann noch Ende September dieses Jahr verhandelt wird, so das Landgericht Hannover.
Keine wichtige News aus dem Handball mehr verpassen? » Briefing von handball-world als Newsletter abonnieren!