Carlos Alcaraz gegen Novak Djokovic war das Halbfinale, auf das die Tennis-Welt hingefiebert hatte. Das Head-to-Head führte der Serbe mit 5:3 an, gewann zuletzt bei den Australian Open gegen den Spanier. Die große Frage aber lautet: Wie lange kann der Rekord-Grand-Slam-Champ mithalten. Der Serbe hat in diesem Jahr mehrfach gezeigt, dass er die Nummer drei ist - mit dem Weltranglistenersten Jannik Sinner und eben Alcaraz konnte er aber nicht so mithalten.
Auf Arthur Ashe präsentierte sich Alcaraz dann aber in Satz eins sehr dominant, der 22-Jährige überzeugte mit einer tadellosen Performance, servierte sehr stark (79-prozentige Quote beim 1. Aufschlag) und breakte den anfangs noch ungewohnt fehleranfälligen Djoker direkt. Das Break reichte dem Iberer, um sich Satz eins mit 6:4 zu holen.
"Nole, Nole"-Rufe in Satz zwei
Im zweiten Durchgang steigerte sich der 38-Jährige und gestaltete das Match fortan deutlich offener. Alcaraz, der bis dato nahezu mühelos durchs Turnier gekommen war, wurde gefordert, kassierte seinerseits das frühe Break und lag plötzlich 0:3 zurück. Alcaraz aber schlug zurück und schaffte das Rebreak. Der Satz wurde schließlich im Tiebreak entschieden.
In diesem hatte Djokovic sogar das Publikum hinter sich, "Nole-Nole"-Rufe hallten durchs weite Rund, als er einen Stopp noch klasse erlief und ein Minibreak zum 1:2 egalisierte. Die Zuschauer wollten Spektakel, doch Alcaraz zeigte sich unbeirrt und holte sich den Tiebreak mit 7:4. Wie eng der Satz war, zeigte die Tatsache, dass der offensivere Alcaraz (13:7 Winner) am Ende nur einen Punkt mehr gemacht hatte (37:36). Djokovics größtes Problem war jedoch, dass ihn sein erster Aufschlag verlassen hatte.
Djokovic vor Herkulesaufgabe
Djokovic stand da eine Herkulesaufgabe bevor. Alcaraz hatte in seinen bis dato 51 Major-Matches noch nie eine 2:0-Satzführung verspielt, während der Weltranglistensiebte im Laufe seiner langen Karriere achtmal nach 0:2 zurückkam. Das Wunder blieb aus, denn Djokovic, der sich in der Pause vom Physio an der rechten Schulter behandeln ließ, wirkte angeschlagen, fast schon ohne Energie - und kassierte nach einem Doppelfehler das letztlich entscheidende Break zum 1:3.
Danach war beim Serben der Stecker gezogen. Djokovic bewegte sich kaum noch, spielte gefühlt nur noch alibimäßig und Alcaraz brachte den 6:4, 7:6 (7:4), 6:2-Sieg ohne größere Probleme über die Zeit.
Im Finale am Sonntag geht es nun entweder gegen Jannik Sinner oder Felix-Auger Aliassime, die in der Nacht zum Samstag den zweiten Endspielteilnehmer untereinander ausmachen.