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St. Moritz als bestes Beispiel für die von Gut-Behrami hinterlassene Lücke

kicker

Die Tessinerin verpasst die geplante letzte goldene Saison ihrer Karriere. Durch die schwerwiegende Knieverletzung muss Lara Gut-Behrami lange aussetzen, wird in der Saison 2025/26 keine Rennen mehr bestreiten. Und danach? Das steht noch in den Sternen, mit der Entscheidung will sich die 34-Jährige Zeit lassen. Die ganze Schweiz hofft.

Das Wochenende in St. Moritz hat gezeigt, weswegen die Hoffnung der Ski-Schweiz so gross ist. Ohne Lara Gut-Behrami - und natürlich auch Corinne Suter und Michelle Gisin - hofft man vergebens auf die überragenden Resultate. Im ersten Abfahrtsrennen beispielsweise war Malorie Blanc als 13. die beste Schweizerin.

Aus Schweizer Sicht nach diesem Wochenende sicherlich erfreulich: Jasmine Flury hat drei Rennen ohne grosse Zwischenfälle hinter sich, konnte am Samstag gar mit Rang elf überzeugen. Mit noch ein bisschen mehr Rennen in den Beinen kann Flury die aufklaffende Lücke der Leaderfigur sicherlich wieder ausfüllen.

Die Jungen als neue Leaderinnen?

Oder wird gar Blanc die neue Leaderin? Die 21-Jährige wurde im Super-G Sechste, war damit zum zweiten Mal an diesem Wochenende die beste Schweizerin. Aber: Die Rolle der Leaderin wäre eine grosse Bürde, die der Walliserin aufgezwungen werden würde. Blanc hat zwar bewiesen, dass sie immer wieder Resultate liefern kann, scheint allerdings noch nicht ganz so weit zu sein, wie es Gut-Behrami in ihrem Alter war.

Die Frage nach einem Ersatz für Gut-Behrami stellte sich auch Nadja Jnglin-Kamer in "The Snow Lodge". Sie spricht unter anderem die mehreren erfahrenen Athletinnen an, die auch schon auf das Podest gefahren sind. Diese seien zwar konstant vorne mit dabei, werden aber auch nicht eine Saison haben, in der sie plötzlich um den Gesamtweltcup mitfahren können.

Auch sie verweist viel mehr auf die jungen, talentierten Athletinnen, die langsam nachkommen müssen. Gut-Behrami sei schliesslich mit 18 Jahren bereits an der Weltspitze gewesen. Danach hätte auch die Tessinerin schlechtere Saisons gehabt, aber weiterhin noch fleissig Punkte geliefert, auf die Swiss-Ski angewiesen war.

„So jemanden sehe ich im Moment nicht. Aber wir hoffen natürlich, dass das ganz schnell wechselt.“ (Nadja Jnglin-Kamer in "The Snow Lodge")

Bei den jüngeren Fahrerinnen brauche es "Talent, sehr viel Willen und sehr viel Biss". Dafür müsse allerdings eine Athletin heranwachsen, bei der dies alles schon vorhanden ist, aufzwingen könne man dies niemandem. "Es ist, wie es bei Odi war. Der hatte einfach alles schon, plus die nötige Lockerheit."

Gut-Behrami fehlt an allen Ecken und Enden

Den aufkommenden Ski-Stars fehle die 34-Jährige zurzeit aber auch, weil sie nicht wie in den vergangenen Jahren bei ihr Tipps abholen können. Immerhin wird sich im Sommer nichts ändern, da die Tessinerin dann ohnehin das Training abseits des Teams absolviert hat. Dort waren die Swiss-Ski-Frauen bereits zuvor auf sich selbst gestellt. "Da wird der Unterschied nicht so gross sein wie bei den Resultaten", schätzt Jnglin-Kamer die Situation ein.

Auch wenn das Schweizer Frauen-Team in St. Moritz teilweise überzeugen konnte, ist klar: Im Speed-Bereich geht nur wenig ohne die Tessinerin. Nicht nur dem Speed-Team aber fehlen die Punkte, sondern auch dem Riesenslalom-Team, den Frauen allgemein und der ganzen Schweiz sowieso. Da gleichzeitig auch noch andere wichtige Fahrerinnen fehlen, ist es nur schwer vorstellbar, dass die Schweiz den Triumph in der Nationenwertung wiederholen kann.

Wenn man einen Blick auf die vergangenen fünf Jahre wirft, so fällt auf, welch grossen Anteil Lara Gut-Behrami in den letzten Jahren am Schweizer Abschneiden hatte. Einzig in der Saison 2021/22 holte sie weniger als 20 Prozent aller Punkte der Frauen, in der Saison 2023/24 war sie gar für 36.95 Prozent verantwortlich.

Ein Comeback wäre wichtig

Im Gegensatz zu den Männern waren die Frauen in der Nationenwertung nur in den Saisons 2020/21 und 2022/23 die Nation Nummer 1, natürlich wäre dies ohne die Punkte von Gut-Behrami nicht möglich gewesen. Rang drei wäre es in beiden Saisons geworden, Italien und Österreich wären jeweils an der Schweiz vorbeigezogen.

Man darf also weiterhin hoffen, dass Gut-Behrami in der Saison 2026/27 wieder am Start stehen wird. Auch Silvan Zurbriggen hofft darauf, gerade weil man nach einer Verletzung jeweils stärker zurückkommt, als zum Zeitpunkt, zu dem man sich verletzt hat: "Weil der Körper auch einmal Ruhe hat." Sorgen macht sich Zurbriggen nicht, Gut-Behrami habe die Disziplin und die Erfahrung dafür.