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Hacker: "Jetzt im Nachhinein war das ein perfekter Plan"

kicker

Beginnen wir gleich mit der wichtigsten Frage. Du hast wieder Renneinsätze hinter dir. Wie geht es deinem Knie?

Ja, ganz gut, würde ich sagen. Im Europacup war es eigentlich ganz gut. Ich habe mich echt ready gefühlt, mit dem Knie war alles super. Heute war es nicht ganz so einfach mit dem ersten Training. Der Kamelbuckel-Sprung hat schon mal gut mein Knie angetestet, würde ich sagen.

Dann spürst du das Kreuzband und den Meniskus noch?

Nein, das passt eigentlich gut.

Letzte Woche bist du über 300 Tage nach deinem Sturz direkt zum Sieg gefahren. Hast du dich damit auch ein bisschen selbst überrascht?

Ja, auf alle Fälle. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass man so ein Comeback feiert. Es war echt ein bisschen überraschend. Ich bin eigentlich locker am Start gestanden, hab mich gefreut, dass ich wieder Skifahren, wieder Rennen fahren darf. Dass es so funktioniert, hätte ich nicht gedacht.

Du hast gesagt, dass du locker warst am Start. Was hat dich so locker gemacht? War da keine Angst oder kein Respekt dabei?

Nein, irgendwie war die Vorfreude schon so gross, dass ich endlich wieder Rennen fahren kann bzw. darf. Es sind ja, glaube ich, elf Monate gewesen. Es war schon eine lange Zeit, eine harte Zeit und ich habe mich einfach genug gefreut, dass ich wieder meiner Liebe, dem Skisport und dem Rennenfahren nachgehen kann.

Wann konntest du denn zum ersten Mal wieder auf den Skiern stehen?

Das war eigentlich relativ spät, würde ich sagen. Ich habe mir lange Zeit gelassen. Das erste Mal war ich Anfang Oktober wieder auf den Skiern. Ich glaube aber, dass es richtig gut war, dass ich mir so lange Zeit gegeben habe, bis ich wieder richtig fit war. Ich würde sagen, deswegen hat es so gut geklappt.

Und wann hat sich dann herauskristallisiert, dass du bereits im Dezember wieder Rennen fahren wirst?

Eher kurzfristig. Natürlich war immer mein Ziel, dass ich zum Beispiel mit nach Beaver Creek fliege, also nach Übersee. Nachdem das Trainieren da drüben nicht gut gegangen ist, habe ich gesagt: Ich bleibe gescheit noch in Europa, in Österreich und trainiere noch gut. Danach haben wir einen Plan geschmiedet, dass wir vor Gröden noch ein paar Europacup-Rennen fahren, um wieder Rennluft zu schnuppern. Das war dann schon eher spontan, würde ich sagen. Aber jetzt im Nachhinein war das ein perfekter Plan.

Dieser Plan ist sicher mal aufgegangen. Wie sieht denn der nächste Plan für die kommenden Wochen aus?

Jetzt konzentriere ich mich schon auf den Weltcup. Ich bin jetzt in Gröden, werde auch die Rennen fahren und dann schauen wir mal, wie es weitergeht. Auf jeden Fall werde ich jede Abfahrt fahren, wie es im Super-G ausschaut, sehen wir noch. Aber auf jeden Fall fahre ich die Weltcup-Schiene.

Das heisst, du hast nicht den Plan, den Fixstartplatz noch einmal zu holen?

Wäre jetzt nicht mein Plan, nein. Mein Plan wäre eigentlich, dass ich mich im Weltcup etabliere, gute Ergebnisse einfahre und mich auf den Weltcup konzentriere.

Du hast ja den Fixstartplatz geholt, obwohl du die Rennen im Februar und März verpasst hast. Gingen da irgendwie Stossgebete hoch, damit das letzte Rennen noch abgesagt wird?

Ja, das war ein extremes Glück. Ich hab mir schon gedacht: Das gibt's nicht, dass da kein einziges Rennen abgesagt wird im Europacup. Normalerweise werden immer ein, zwei Abfahrten abgesagt, weil's einfach wetterbedingt oft nicht geht. Ich hab mir echt gedacht vor dem letzten Rennen, dass das nicht sein kann, dass da nie etwas abgesagt wird. Als es dann abgesagt worden ist, war's natürlich richtig lässig für mich. Für einen Schweizer war's vielleicht nicht so cool, aber ich hab mich riesig gefreut.

Gingen da auch Entschuldigungen in die Schweiz oder das nicht?

(lacht) Kleine, eine kleine. Aber ich glaube, ich habe es mir schon verdient, also von dem her ...

Ohne Zweifel. Aber dann kam es auch für dich eher überraschend, dass es doch noch gereicht hat?

Ja, auf alle Fälle, weil es war im Endeffekt, glaube ich, nur ein Punkt oder so. Auf alle Fälle überraschend und da war das Glück einmal auf meiner Seite.

Und jetzt freust du dich speziell auf den Fixstartplatz, da auch die österreichischen Speedherren wieder so brillieren, wieder so gut sind?

Ja, auf alle Fälle. Ich bin voll motiviert. Generell würde ich sagen, ist das Team auch gut drauf. Schauen wir, was die Zukunft bringt.

Letztes Jahr ging ja für österreichische Verhältnisse eher wenig. Woran liegt es, dass jetzt wieder alles so funktioniert?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube, wir sind alles gute Burschen. Wir haben alle Potenzial. Vielleicht haben letztes Jahr ein paar Sachen nicht so ganz zusammengespielt für uns. Wobei, die WM ja trotzdem erfolgreich war für uns. Ich glaube, es gibt einfach so Phasen. Das war ja vor zehn Jahren gleich in der Schweiz, da habt ihr auch mal eine Krise gehabt und jetzt seid ihr aktuell richtig gut in Form. Ich glaube, das wechselt immer ein bisschen hin und her, aber wie gesagt, verstecken tun wir uns jetzt nicht. Wir sind schon gut drauf.

Du hast vorher das erste Training angesprochen. Wie hast du die Piste allgemein wahrgenommen?

Grundsätzlich war ich mal wieder froh, dass ich wieder ein Weltcup-Rennen oder ein Weltcup-Training starten kann. Natürlich waren die Verhältnisse nicht so einfach, aber es war trotzdem sehr positiv.

Hast du schon vor dem Start vom Zwischenfall um Stefan Eichberger gehört?

Ich habe es live gesehen. Ich habe ihm zugeschaut. Stefan ist ein guter Freund von mir. Ich habe es mir angeschaut und habe es dann gesehen. Man hat nicht viel gesehen, aber ich habe gesehen, wie er auf einem Fuss abgeschwungen hat. Ja, extrem bitter. Scheisse einfach.

Weisst du da schon etwas mehr? Hattest du Kontakt mit ihm?

Er ist ja jetzt gerade in Innsbruck und macht die Untersuchungen. Es schaut nicht gut aus, aber offiziell wird da wahrscheinlich bald einmal mehr kommen. (Das Interview wurde vor der offiziellen Bestätigung geführt, Eichberger hat sich das Kreuzband gerissen.)

Wie gross ist der Einfluss, wenn man so etwas bei einem Teamkollegen sieht und nachher noch an den Start muss?

Es ist natürlich nicht so toll, wenn man sich das anschaut. Da denkt man sich schon seinen Teil, aber andererseits muss man es auch gut ausblenden können. Wie gesagt, ich bin heute sicher auch nicht voll am Limit gefahren, weil ich halt erstens das erste Mal wieder auf einer Weltcup-Strecke war und zweitens, waren es nicht die einfachsten Verhältnisse. Da bin ich sicher auch etwas gemütlicher runtergefahren.

Macht Sinn. Und was sind für den Rest der Saison auch so deine Ziele?

Grundsätzlich einmal Spass zu haben am Skifahren und natürlich auch schnell Ski fahren. Olympia ist sicher auch ein Ziel, dass man da dabei ist. Und wenn man dabei ist, will man natürlich eine Medaille holen. Aber jetzt einfach mal schauen, dass ich gesund bleibe und meinen Spass habe. Dann kommt der Rest von allein, glaube ich.

Dann ist Olympia schon auch ein Thema bei dir?

Ja, ich glaube bei jedem Athleten, der startet.