Die Rede ist von Didier Plaschy, der Loïc Meillard nach dessen Aufstieg ins C-Kader von Swiss-Ski unter seine Fittiche nahm und eine aussergewöhnliche Trainingsmethode bei ihm anwandte. "Weil Loïc in jungen Jahren besonders breitbeinig Ski gefahren ist, habe ich bei ihm ein Mittel angewendet, mit dem viele Bauern ihren Kühen die Schwänze hochbinden - einen Gummizug", wie sich Plaschy gegenüber dem Blick erinnert.
Demnach habe er den Gummizug an den Skischuhen von Meillard montiert, denn dadurch wurde dieser zu einer "schmalen Skiführung" gezwungen. "Loïc hat diese Methode genau wie früher Daniel Yule gehasst, ich habe ihn damit schier in den Wahnsinn getrieben. Aber letztlichh war er damit in einem Trainingslauf schneller als in einer Fahrt ohne Gummizug. Ab diesem Zeitpunkt war er vom Gummizug geheilt", so Plaschy.
Meillard plädiert für sprachliche Vielfalt in der Schweiz
Der neue Schweizer Olympiasieger ist im französischsprachigen Teil der Schweiz aufgewachsen, weswegen er zu Beginn seiner Karriere Mühe hatte, die sprachliche Barriere zu durchbrechen. "Als ganz junger Rennfahrer fand ich es unfair, dass bei den Verbandssitzungen nur Deutsch geredet wurde. Ich habe diesen Umstand aber relativ schnell als grosse Chance betrachtet, eine weitere Sprache zu lernen", wie er dem Blick erzählt hat.
Er könne deswegen nicht nachvollziehen, dass in der Deutschschweiz darüber diskutiert wird, den Frühfranzösischunterricht abzuschaffen. Seines Erachtens sollte genau das Gegenteil passieren. "Die Schwierigkeit der Schweiz kann gleichzeitig unser grosser Pluspunkt sein. Die Vielsprachigkeit ist unumstritten mit Schwierigkeiten verbunden, aber wenn wir alle diese Sprachen lernen würden, würde das die Schweiz noch viel stärker machen."