Bakkens Tod gaben der norwegische Verband und die Internationale Biathlon-Union (IBU) am Dienstagabend bekannt. Demnach sei der Biathlet im Alter von nur 27 Jahren während eines Trainingslagers in seinem Hotelzimmer im italienischen Lavazè tot aufgefunden worden. Über die Hintergründe ist noch nichts bekannt.
"Die IBU ist zutiefst erschüttert und traurig über die tragische Nachricht vom plötzlichen Tod von Sivert Bakken", wird Präsident Olle Dahlin in einer Mitteilung zitiert. "Sein Tod in so jungen Jahren ist unfassbar, aber er wird nicht vergessen werden und für immer in unseren Herzen bleiben."
Zum ersten Mal im Weltcup startete der Norweger im November 2021. Noch in der gleichen Saison holte Bakken die kleine Kristallkugel im Massenstart, nachdem er im abschließenden Wettkampf der Saison am Holmenkollen in Oslo sein erstes Einzelrennen gewonnen hatte.
Lange Pause nach Herzmuskelentzündung
Nur wenige Monate später würde bei Bakken eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) diagnostiziert, wegen der er eine über zweijährige Wettkampfpause einlegen musste. Im November 2024 kehrte er in den zweitklassigen IBU-Cup zurück, zum Auftakt dieser Saison feierte er schließlich in Östersund sein Comeback im Weltcup und wurde im Einzel über 20 Kilometer direkt Vierter.
"Siverts Comeback im Biathlon nach einer Zeit großer Schwierigkeiten war für alle in der Biathlon-Familie eine Quelle großer Freude und ein inspirierender Beweis für seine Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit", so Dahlin. "Die Gedanken der IBU sind in dieser schweren Zeit bei Siverts Familie und Freunden, seinem Team und allen Mitgliedern der norwegischen Biathlon-Familie."
Noch vor wenigen Tagen startete der Norweger beim Weltcup im französischen Le Grand Bornand. Im Sprint am vergangenen Freitag landete Bakken auf dem 5. Rang, bevor er einen Tag später in der Verfolgung als 18. ins Ziel kam. Im Gesamtweltcup wurde er seither zwischen den beiden Deutschen Philipp Nawrath sowie Philipp Horn auf Platz 13 geführt.
Große Trauer bei ehemaligen Teamkollegen
Nach der Meldung über Bakkens plötzlichen Tod meldeten sich sofort zahlreiche Wegbegleiter in den sozialen Medien: "Sivert, es war zu früh. Eines der größten Talente in der Geschichte des norwegischen Biathlons", schrieb Rekordweltmeister Johannes Thingnes Bö bei Instagram unter einem Foto seines verstorbenen Landsmanns.
Auch Teamkollege Vetle Sjåstad Christiansen trauert: "Du warst wieder da! Auf der Spitze des Podests, auf der Spitze der höchsten Berge Norwegens und auf der Spitze des Lebens. Je mehr du trainiert hast, desto breiter hast du den Blick geworfen. Du warst der Inbegriff von Hingabe. Ruhe in Frieden."
"Wir hatten geplant, heute zusammen Ski zu fahren, aber du bist nicht gekommen. Wir hatten geplant, Silvester zusammen zu feiern, aber du wirst nicht dabei sein", schrieb der Italiener Tommaso Giacomel. "Das Leben war schon so hart zu dir, dass es dich vor einer Weile für mehr als zwei Jahre aufgehalten hat ... und jetzt das. Das ist nicht fair."