Helmut Krug, Trainer und Baumeister des Schweizer Erfolgs in der Abfahrt, nervt sich über die Piste, die seinem Team in Copper Mountain zur Verfügung gestellt wird. Das Team müsse auf einer Strecke trainieren, die aus sechs Gleitkurven bestehe. "Das ist weit weg von dem, was wir zur Vorbereitung von einer so anspruchsvollen Abfahrt wie in Beaver Creek benötigen", sagt Krug beim Blick.
Ähnlicher Meinung ist Marco Odermatt. 28 Sekunden gehe die Fahrt auf der Trainingsstrecke nur, zehn davon gehen für Stockstösse und Schlittschuhschritte drauf. "Das bringt uns im Hinblick zu den Rennen auf der Birds of Prey bei bestem Willen nichts."
Schlechte Trainingsbedingungen in Copper Mountain sind etwas, das man aus der Vergangenheit eigentlich nicht kennt. Dieses Jahr sei aber viel zusammen gekommen, so beispielsweise die warmen ersten November-Wochen und die darauf folgende "dünne" Schneelage. Zudem wird die Weltcup-Strecke für den Super-G von kommender Woche präpariert, ein Training daher unmöglich.
Kaum Speed-Training bei Odermatt und der internationalen Konkurrenz
Für Odermatt wäre das Training gerade deswegen wichtig gewesen, weil er zuletzt im September Speed trainiert hat. Danach war sein Fokus auf dem Riesenslalom in Sölden. Trotzdem traut er sich in den zwei Abfahrten von Beaver Creek einiges zu.
Im internationalen Vergleich wird die Schweiz allerdings nicht im Rückstand sein, denn alle Teams trainieren zurzeit bei diesen Bedingungen. Zudem habe ausser die Schweizer Abfahrtsgruppe kaum jemand Speed-Training machen können seit Südamerika. "Die erfahrenen Athleten dürften damit umgehen können, aber für junge, unerfahrene Athleten könnte das auf der Birds of Prey zu einem gefährlichen Problem werden."
Der österreichische Abfahrtschef Andi Evers, der zuletzt von seinen Schützlingen gelobt wurde, nimmt die Situation mit Humor: "Wir fahren auf unserer Trainingsstrecke länger als 28 Sekunden. Aber nicht, weil wir in Copper eine längere Strecke gefunden haben, sondern weil wir langsamer als die Schweizer sind."