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Schwierige Vorzeichen - doch die Schweizerinnen kehren an den Ort grosser Erfolge zurück

kicker

Die Heimrennen in St. Moritz sind für die Schweizer Athletinnen und Athleten jedes Jahr ein besonderes Highlight. Das Swiss-Ski-Team durfte auf den Engadiner Pisten schon zahlreiche grosse Erfolge feiern. Vor dem Start der diesjährigen Weltcuprennen präsentiert sich die Ausgangslage jedoch ungewohnt schwierig.

Mit Corinne Suter, Lara Gut-Behrami und neu auch Michelle Gisin fehlen die erfolgreichsten Speed-Fahrerinnen der Schweiz in den letzten Jahren. Ein Podestplatz scheint an diesem Wochenende daher eher unwahrscheinlich. Die Favoritinnen kommen diesmal aus anderen Nationen. Besonders die Amerikanerinnen dürften heiss auf die Speed-Rennen im Oberengadin sein. Dass Lindsey Vonn die Corviglia liegt, ist seit Jahren bekannt: Gleich sechsmal stand sie in St. Moritz im Super-G oder in der Abfahrt auf dem Podest, viermal davon zuoberst. Und auch im Training unterstrich die 41-Jährige ihre Ambitionen - sie fuhr im ersten Training mehr als eine halbe Sekunde schneller als die gesamte Konkurrenz.

Die Amerikanerinnen verfügen mit Mikaela Shiffrin im Super-G über ein weiteres heisses Eisen im Feuer. Die Weltcup-Rekordsiegerin holte in St. Moritz bereits fünf Podestplätze im Super-G und damit die Hälfte ihrer Top-3-Resultate in dieser Disziplin. Nun sieht alles danach aus, dass die 30-Jährige nach über zwei Jahren ihr Comeback im Super-G geben wird. Der Ausnahmekönnerin ist zuzutrauen, dass sie trotz langer Abwesenheit sofort wieder um einen Spitzenplatz mitfahren kann.

Ein weiterer Name, den man unbedingt auf dem Zettel haben muss, ist Sofia Goggia. Die Italienerin feierte in St. Moritz bereits drei Siege und liess mit Rang drei im ersten Training erneut aufhorchen.

Trotz der schwierigen Ausgangslage für die Schweiz lohnt sich ein Blick zurück: Wir erinnern an die grossen Momente der vergangenen Jahre, in denen die Schweizerinnen bei den Weltcup-Heimrennen in den Speed-Disziplinen in St. Moritz das Publikum begeisterten.

Lara Gut-Behrami - 3x Siege, 3x Zweite, 3x Dritte

Der Stern von Lara Gut-Behrami ging bei ihrem ersten Einsatz in St. Moritz so richtig auf. Im Februar 2008 feierte die damals 17-Jährige in St. Moritz ihr Weltcup-Debüt in der Abfahrt. Mit einer heroischen Fahrt erreichte sie sensationell den zweiten Rang - besonders in Erinnerung bleibt, dass sie kurz vor der Ziellinie stürzte und diese im Fallen überquerte. Knapp zehn Monate später kehrte Gut-Behrami als etablierte Weltcup-Fahrerin zurück und sicherte sich mit einer fulminanten Fahrt im Super-G ihren ersten Weltcupsieg. Mit 17 Jahren und acht Monaten ist sie bis heute die jüngste Siegerin in dieser Disziplin.

Nach diesem ersten Triumph musste sie jedoch mehr als sieben Jahre auf ein weiteres Podest in St. Moritz warten. Bei der Abfahrt im Januar 2015 beendete sie schliesslich die Durststrecke - von da an prägte sie ihre Heimrennen wie kaum eine andere. Die Strecke schien perfekt auf sie zugeschnitten, und in den folgenden neun Jahren stand sie noch sechs Mal auf dem Podest. Einzig die Heim-Weltmeisterschaft in St. Moritz verlief nicht nach ihren Vorstellungen. In der Abfahrt gewann sie zwar Bronze, doch beim Einfahren für den Slalom in der Kombination zog sie sich einen Kreuzbandriss zu und fiel für den Rest der Saison aus. Es war wohl einer der bittersten Momente in der grossartigen Karriere der Tessinerin.

Jasmine Flury - 1x Sieg, Michelle Gisin - 1x Zweite

Im Februar 2017 fuhr Jasmine Flury im Super-G von St. Moritz zu ihrem ersten Weltcupsieg. Das Heimrennen avancierte zu Schweizer Festspielen, denn hinter Flury klassierte sich Michelle Gisin mit nur zehn Hundertsteln Rückstand auf dem zweiten Platz. Auch die zweifache Olympiasiegerin stand an diesem Tag zum ersten Mal im Super-G auf dem Podest. Hinter den beiden Schweizerinnen fuhr die Liechtensteinerin Tina Weirather auf Rang drei - man konnte also beinahe von einem "halben Dreifachsieg" sprechen.

An diesem Wochenende kehren nun alle drei Podestfahrerinnen nach St. Moritz zurück. Während Tina Weirather die Rennen als TV-Expertin begleitet, kämpft Jasmin Flury wieder um Weltcuppunkte. Spitzenplätze sind dabei jedoch (noch) nicht zu erwarten, denn Abfahrtsweltmeisterin Flury gibt nach rund 22 Monaten verletzungsbedingter Absenz ihr Comeback. Michelle Gisin wiederum ist leider beim 2. Training in St. Moritz schwer gestürzt. Nach 75 Fahrsekunden verschnitt es der 32-jährigen Engelbergerin bei einem Tempo von rund 112 km/h die Ski und sie rutschte ungebremst in die Fangnetze. Allem Anschein nach hat sich Gisin bei ihrem Sturz schwer verletzt. Sie musste mit dem Helikopter für Abklärungen ins Spital geflogen werden. Es ist ein weiterer schwerer Rückschlag für das bereits arg gebeutelte Speed-Team der Frauen.

Corinne Suter - 1x Dritte

Die Corviglia gehört wohl nicht zu den Lieblingspisten von Corinne Suter. Die 31-Jährige hat in der Abfahrt fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt - doch die Strecke in St. Moritz scheint ihr nicht zu liegen. Erst einen einzigen Podestplatz konnte die amtierende Abfahrts-Olympiasiegerin im Oberengadin herausfahren. Dieser gelang ihr im Dezember 2022, als Suter bei sehr schwierigen Bedingungen hinter den Italienerinnen Elena Curtoni und Sofia Goggia auf den dritten Rang fuhr. Ihre bescheidene St.-Moritz-Bilanz kann Suter in diesem Jahr nicht aufbessern: Nach einem Trainingssturz fällt sie verletzungsbedingt für mehrere Wochen aus.

Sieg im Team-Parallel-Riesenslalom

Beim Weltcupfinale 2017 holte sich die Schweiz mit Michelle Gisin, Wendy Holdener, Charlotte Chable, Reto Schmidiger und Daniel Yule den Sieg. Das Rennen wurde dabei zu einer One-Woman- und One-Man-Show: Sowohl Wendy Holdener als auch Reto Schmidiger gewannen alle ihre Duelle. Die anderen drei für die Schweiz gestarteten Fahrerinnen und Fahrer verloren jeweils ihre Durchgänge.