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Alarmstufe Rot bei Super Bowl Contendern? Die zehn größten Takeaways nach Week 10

kicker

Week 10 hatte alles: ein stimmungsvolles erstes NFL-Spiel in Berlin, schwächelnde Topteams, Trainerentlassungen und neue Hoffnungsträger. Während die Colts in Deutschland einen Overtime-Krimi gewannen, steht Green Bay unter Druck, die Raiders versinken offensiv im Chaos und in Buffalo wachsen die Sorgen. Die Dolphins leben wieder, die Steelers bleiben ein Rätsel und bei den Giants war das Maß endgültig voll. Hier sind die zehn wichtigsten Takeaways nach Woche 10.

Berlin kann NFL

Das erste Regular-Season-Spiel in Berlin war ein voller Erfolg. Nicht nur das sportliche Geschehen, ein spannender Overtime-Sieg der Colts, überzeugte, auch das Drumherum war beeindruckend.

Vor über 72.000 Zuschauern im Olympiastadion entwickelte sich ein echtes Football-Spektakel, bei dem sogar Franchise-Rekorde gebrochen wurden. Die Choreografie vor dem Spiel sorgte für Gänsehaut, und spätestens beim mittlerweile traditionellen "Country Roads"-Chor wurde klar, dass Berlin Football verstanden hat. Eine rundum gelungene Premiere.

Broncos an der Spitze trotz schwachem Quarterback

Neben den Broncos führen auch die Patriots und Colts mit einer Bilanz von 8-2 die NFL an. Beeindruckend daran ist vor allem eine Dynamik: Denver steht trotz durchwachsener Leistungen von Quarterback Bo Nix so weit oben.

Der junge Spielmacher im zweiten Jahr kämpft weiterhin mit Ungenauigkeiten, Missverständnissen und Fehlern. Gerade das Ende seiner Rookie-Saison hatte Hoffnung geweckt, doch aktuell spielt Nix mit seinen Leistungen eher in der unteren Hälfte, wenn nicht sogar im unteren Drittel der NFL-Quarterbacks.

Und trotzdem steht Denver ganz oben. Das macht diese Mannschaft so gefährlich. Bo Nix hat bereits gezeigt, dass er deutlich besser spielen kann. Wie gut könnte dieses Team also noch werden, wenn Nix die Kurve kriegt?

?Grund zur Sorge in Green Bay

Die Packers stehen bei einer Bilanz von 5-3-1, haben aber zwei Spiele in Folge verloren - eines überraschend gegen Carolina, das andere in der vergangenen Nacht gegen die amtierenden Super-Bowl-Champions aus Philadelphia. Damit liegt Green Bay derzeit nur auf Platz drei der NFC North und der Druck wächst.

Nach dem Trade für Micah Parsons galten die Packers als heißer Kandidat auf den First Seed in der NFC, doch aktuell sind sie davon weit entfernt. Es wird Zeit, die PS endlich wieder auf die Straße zu bringen, denn momentan kämpfen die Packers nicht um den First Seed, sondern eher um die generelle Playoff-Teilnahme.

Die kuriose NFC South

Die NFC South bleibt unberechenbar. Mit den Panthers und Falcons stehen zwei Teams im Mittelpunkt, die an guten Tagen Großes leisten, an schlechten aber katastrophal wirken.

Beide Mannschaften haben bereits große Gegner geschlagen und ebenso unerklärliche Niederlagen kassiert. Konstanz bleibt das große Problem. Sowohl die 5-5 stehenden Panthers als auch die 3-6 Falcons können prinzipiell jeden schlagen. Die Frage ist nur, wer es schafft, in der zweiten Saisonhälfte stabiler zu werden.

?Raiders-Offense auf dem Tiefpunkt

Wenn man an die schlechtesten Offenses der NFL denkt, kommen einem Teams wie die Titans, Browns oder Saints in den Sinn - alle mit Rookie-Quarterbacks und wenig Starpower. Die Raiders haben keine solche Ausrede.

Mit Pete Carroll als Head Coach, Chip Kelly als Offensive Coordinator und Geno Smith als erfahrenem Quarterback sollte die Offense eigentlich funktionieren, zumindest auf dem Papier. Doch aktuell ist sie eine der schwächsten der Liga. Las Vegas erzielt nur 15,4 Punkte pro Spiel, nur Tennessee ist schlechter. Auch in der Effizienz sieht es düster aus. Mit 4,8 Yards pro Play rangiert man auf Platz 30 von 32 Teams.

Der hoch gedraftete Running Back Ashton Jeanty sollte das Laufspiel nach dem desaströsen Vorjahr endlich verbessern, doch auch das bleibt enttäuschend. Die Raiders stehen nur auf Rang 29 in Total Rush Yards, Platz 30 in Rushing Touchdowns und Platz 30 in Yards per Carry.

Jeanty selbst kommt auf 547 Rushing Yards (Platz 17), seine Yards per Carry liegen ligaweit nur auf Rang 146. Wenn die Raiders so weitermachen, dürfte es nicht lange dauern, bis hier einige zukunftsweisende Entscheidungen getroffen werden.

Müssen sich die Bills Sorgen machen?

Buffalo hat in dieser Saison bereits drei Spiele verloren und das jeweils als klarer Favorit. Gegen die Patriots, die Falcons und zuletzt gegen die Dolphins verlor man allesamt Spiele, die man laut Buchmachern klar hätte gewinnen müssen.

Noch schlimmer ist, dass die beiden deutlichen Niederlagen - mit zehn Punkten gegen Atlanta und 17 gegen Miami - zeigen, dass Buffalo nicht nur zu schlagen ist, sondern regelrecht auseinanderfallen kann.

In der AFC East haben die Patriots nun zwei Siege mehr auf dem Konto als die Bills und das erste direkte Duell bereits gewonnen. Setzen sich die Trends fort, könnten die Bills bald nur noch um eine Wildcard kämpfen - ein Szenario, das vor der Saison kaum jemand erwartet hätte.

Steelers-Defense doch nicht geheilt

Lange wurde darauf gewartet, dass die teuerste Defense der Liga endlich ihr Potenzial ausschöpft. Nach dem defensiven Statement-Sieg gegen die Colts keimte Hoffnung auf.

Doch das Duell gegen die Chargers zeigte, dass die alten Probleme zurück sind. Gegen eine angeschlagene Offensive Line schien die Aufgabe mehr als machbar, doch Quarterback Justin Herbert neutralisierte den Pass Rush durch schnelles Kurzpassspiel.

Das ist ein bekanntes Muster, denn es ist nicht das erste Mal, dass die Steelers das Kurzpassspiel ihrer Gegner nicht gestoppt bekommen. Das Spiel gegen Indianapolis war ein Ausreißer nach oben, der Rest der Saison erzählt eine andere Geschichte. Trotz der hohen Investitionen bleibt die Defense weit hinter den Erwartungen zurück.

Daboll muss gehen - Giants ziehen die Reißleine

Head Coach Brian Daboll wurde nach der Niederlage gegen Chicago entlassen, trotz guter Arbeit mit Rookie-Quarterback Jaxson Dart. Der Grund für die Trennung lag weniger in der Entwicklung des jungen Spielmachers, sondern in den wiederholten späten Einbrüchen in Spielen, die man eigentlich schon gewonnen hatte.

Die Giants verloren drei Partien, in denen ihre Siegwahrscheinlichkeit bei über 94 Prozent lag - 96,9 Prozent gegen die Bears, 94,6 Prozent gegen die Cowboys und unfassbare 99,8 Prozent gegen die Broncos. Drei fast sichere Siege, die am Ende doch verloren gingen.

Seit Beginn der Saison 2023 hat New York nur rund 25 Prozent seiner Spiele gewonnen. In der NFL ist das auf Dauer nicht tragbar.

J.J. McCarthy macht Hoffnung

Wer nur auf den Boxscore blickt, könnte meinen, J.J. McCarthy habe schwach gespielt. Nur 20 von 42 Pässen sind angekommen, dazu gab es zwei Interceptions. Doch das Spiel zeigte ein anderes Bild als die reinen Zahlen.

Vor allem in der ersten Halbzeit überzeugte der junge Quarterback im Rhythmus der Offense, auch unter Druck. Dazu setzte er am Boden immer wieder Nadelstiche.

Eine der beiden Interceptions war vermeidbar, die andere ging auf Receiver Justin Jefferson, der auf der Route unglücklich hinfiel. Und dort liegt vielleicht aktuell das größte Problem: Das Timing zwischen McCarthy und Jefferson ist noch nicht da, wo es sein muss.

Ein Blick nach Los Angeles macht aber Hoffnung. Auch Rams-Quarterback Matthew Stafford und Star-Receiver Davante Adams brauchten in dieser Saison einige Spiele, um auf dieselbe Wellenlänge zu kommen. Mittlerweile ist die Verbindung der beiden vor allem in der Red Zone so stark, dass sie kaum zu verteidigen ist.

Man darf nicht vergessen, McCarthy verpasste seine komplette Rookie-Saison verletzungsbedingt und kommt inklusive dieser Saison erst auf vier Starts und nur 108 geworfene Pässe in seiner NFL-Karriere. Für einen quasi Rookie zeigt er bereits viele Ansätze, die Hoffnung machen. Fehler gehören auf diesem Weg einfach dazu, aber seine Leistung macht Mut.

Dolphins erneut mit Lebenszeichen

Nach einem katastrophalen Start mit nur einem Sieg aus sieben Spielen haben die Miami Dolphins eine kleine Wende geschafft. Head Coach Mike McDaniel, lange heftig kritisiert, konnte zwei der letzten drei Partien gewinnen, und das trotz des Abgangs eines Schlüsselspielers vor der Trade Deadline und der Entlassung des General Managers.

Die jüngsten Siege, mit 24 Punkten Vorsprung gegen Atlanta und mit 17 gegen Buffalo, zeigen, dass die Offense wieder explosiv ist und die Defense endlich zupackt, vor allem gegen den Lauf.

Die Playoffs sind zwar weiterhin sehr unwahrscheinlich, doch die Dolphins sind wieder gefährlich. Mit ihrer Offensivkraft, Explosivität und verbesserten Defense können sie den Kampf um die Playoff-Plätze entscheidend beeinflussen - nicht aktiv als Teilnehmer, aber als Gegner. Denn gegen Miami müssen Teams wie New England, Pittsburgh und Tampa Bay erst einmal bestehen. Damit könnte Miami maßgeblich daran beteiligt sein, wer in die Playoffs kommt und auf welcher Position.

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