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Die zehn größten Takeaways der NFL nach Week 4

kicker

Der vierte Spieltag der NFL-Saison 2025 bot Dramen, Überraschungen und Rekorde. Baltimore rutscht trotz Super-Bowl-Ambitionen gefährlich ab, während Dallas Quarterback Dak Prescott allen Kritikern trotzt. Die Chargers kämpfen mit Verletzungen, Puka Nacua schreibt Geschichte und bei den Titans wird der Stuhl für Head Coach Brian Callahan immer heißer. Auch die Bengals verlieren an Hoffnung ohne Joe Burrow, und die Eagles bleiben zwar ungeschlagen, wirken aber weit weniger dominant als im Vorjahr. Hier die zehn wichtigsten Takeaways aus Week 4.

Alarmstufe Rot in Baltimore?

Die Baltimore Ravens galten vor der Saison für viele als das beste Roster der NFL - und damit als klarer Super-Bowl-Favorit. Nach vier Wochen ist die Realität eine andere: Mit 1-3 haben die Ravens nicht nur eine der schlechtesten Bilanzen der Liga, sie stellen aktuell auch eine der schwächsten Defenses - kein Team hat mehr Punkte zugelassen. Zwar kamen die drei Niederlagen gegen Top-Teams wie Buffalo, Detroit und Kansas City, doch in Baltimore geht es nicht um "gut genug", sondern um Titel. Und aktuell sieht es nicht danach aus.

Hinzu kommt, dass MVP-Quarterback Lamar Jackson verletzt fehlen könnte. Dazu fällt Defensive Lineman Nnamdi Madubuike bereits für die Saison aus, während Roquan Smith und Marlon Humphrey ebenfalls angeschlagen sind. Eine Defense, die ohnehin schon wackelt, verliert damit gleich mehrere Leistungsträger - potenziell für mehrere Spiele.

Letztes Jahr bewies Defensive Coordinator Zachary Orr, dass er während der Saison Anpassungen vornehmen kann. Mit einer taktischen Anpassung, wie er Safety Kyle Hamilton einsetzte, verwandelte er die Ravens-Passverteidigung von einer Schwäche in eine Stärke. Doch diesmal ist die Ausgangslage schwieriger. Das Rennen um den First Seed in der AFC scheint vorbei.

Dak Prescott ist ein Top-Quarterback

Kaum ein Quarterback wird so oft kritisiert wie Dak Prescott - und sein Rekord-Vertrag von 60 Millionen US-Dollar jährlich gießt immer wieder Öl ins Feuer dieser Diskussion. Ob er diese Summe verdient, kann und sollte man differenziert diskutieren, sportlich aber ist die Sache klar: Prescott spielt aktuell auf absolutem Top-Niveau.

Und das unter schwierigsten Umständen: ohne Nummer-eins-Receiver CeeDee Lamb, hinter einer der schwächsten O-Lines der Liga, mit Ersatz-Running-Backs, die andere NFL-Teams nicht mehr wollten, und praktisch ohne Defense. Auch Head Coach und Playcalling genießen in der NFL nicht das höchste Ansehen. Trotzdem hält Prescott die Cowboys im Spiel. Gegen Green Bay erzielte er 40 Punkte gegen eine starke Defense, während seine eigene Abwehr 40 kassierte.

Die Cowboys haben die fünftmeisten Punkte in der NFL erzielt. Nur die Indianapolis Colts, Ravens, Buffalio Bills und Detroit Lions scoren aktuell mehr Punkte. Problem: Nur die schon angesprochenen Ravens lassen defensiv noch mehr Punkte zu. Besonders beeindruckend sind dabei Prescotts Leistungen unter Druck. Kurz gesagt: Dass Dallas aktuell nicht zu den schlechtesten Teams der Liga gehört, liegt einzig und allein an Dak Prescott.

Puka Nacua auf historischem Kurs

Puka Nacua liefert weiter historische Zahlen. Nach 32 NFL-Spielen in seiner Karriere steht er bei mehr Receiving Yards als fast jeder Spieler zuvor, nur Odell Beckham Jr. hatte mehr. Namen wie Justin Jefferson, Randy Moss und Ja'Marr Chase liegen alle hinter ihm. 17-mal knackte er dabei die 100-Yards-Marke, also in mehr als 50 Prozent seiner NFL-Spiele - und das, obwohl er nur ein Fünftrundenpick war.

Auch 2025 startet er furios: 42 Receptions und 503 Yards in den ersten vier Spielen der Saison, damit ist er erst der zweite Spieler in der Super-Bowl-Ära, der diese Marke erreicht hat. Und einzigartig: Er ist der Einzige in der NFL-Geschichte, der zweimal in seiner Karriere über 500 Yards in den ersten vier Spielen einer Saison erzielte.

Nacua führt die Liga aktuell in Receiving Yards an, mit 101 Yards Vorsprung auf Platz 2 und Jaxon Smith-Njigba. Zusätzlich ist er als Läufer und Blocker extrem wertvoll. Kurz gesagt: Nacua ist ein kompletter Receiver, der längst zur Top-Riege aller Receiver gehört - und vielleicht sogar an die Spitze.

Eagles wackeln trotz 4-0 Start

Die Eagles sind ungeschlagen, Siege gegen Los Angeles Rams, Chiefs und Tampa Bay Buccaneers belegen ihre Stärke. Doch die Dominanz aus dem Vorjahr ist verschwunden. Saquon Barkley fehlen die Big Plays, die Defense erlaubt deutlich mehr explosive Aktionen und Abstimmungsfehler, und die Offense spielt oft nur eine Halbzeit stark: gegen die Rams die zweite, gegen die Bucs die erste.

Dazu hat das Team weiterhin Probleme mit Blitzes und Drucksituationen. Ohne ihre Big Plays und Touchdowns in den Special Teams stünde man womöglich bei 2-2, was das Narrativ um das Team im öffentlichen Diskurs komplett ändern würde, ohne dass sich Offense oder Defense faktisch verändert hätten.

Der Rekord stimmt also, die allgemeine Performance weniger: Philadelphia ist immer noch eines der besten Teams der NFL, das jede Woche "klicken" kann - aber bisher haben sie definitiv ihre Dominanz verloren. Vieles erinnert an die Saison 2023, als man grandios startete und am Ende einen der größten Performance-Einbrüche der NFL-Geschichte erlebte.

Chargers vor Problemen

Justin Herbert spielte bis Week 4 stark, doch gegen die New York Giants kam der Dämpfer: Eine Niederlage gegen ein bis dahin siegloses Team und Rookie-Quarterback Jaxson Dart. Noch schwerer wiegt allerdings die Verletzungssituation. Tackle Joe Alt verletzte sich am Knöchel und fällt wohl länger aus. Zuvor verlor L.A. bereits den anderen Star-Tackle Rashawn Slater für die gesamte Saison.

Das einst vielleicht beste Tackle-Duo der Liga fehlt Herbert damit bis auf Weiteres komplett - und die Folgen waren direkt sichtbar: Druck von allen Seiten, kaum Schutz in der Pocket. Zwar hoffen die Los Angels Chargers auf eine baldige Rückkehr von Alt, doch bis dahin steht Herbert vor massiven Problemen.

Die Raiders haben ein Chip-Kelly-Problem

Mit Chip Kelly als Offensive Coordinator wollten die Las Vegas Raiders 2025 offensiv durchstarten. Nach vier Wochen herrscht Ernüchterung: Quarterback Geno Smith führt die Liga in Interceptions an, Rookie Running Back Ashton Jeanty hatte zwar gegen Chicago ein Breakout-Spiel, war zuvor aber regelmäßig schon hinter der Line of Scrimmage gestoppt worden - weshalb er die kuriose Statline aufwies, mehr Yards nach dem Kontakt zu haben, als er insgesamt hatte. Selbst im Bears-Spiel fumbelte er, weil zwei Spieler ihn bereits vor positiven Yards an der Line of Scrimmage berührt hatten.

Tight End Brock Bowers, eines der größten Talente der Liga, steht bei mageren 225 Yards und ohne Touchdown. Insgesamt bringt die Offense ihre PS nicht auf den Platz, während die O-Line schwächer wirkt als in den Vorjahren. Das erneute Chip-Kelly-Experiment in der NFL droht zum Problem zu werden.

Callahans Stuhl wird in Tennessee heißer

Die Tennessee Titans sind sieglos gestartet, und Head Coach Brian Callahan sitzt auf dem Hot Seat. Gegen Houston gab er das Playcalling schon an QB-Coach Bo Hardegree ab, doch die Offense brachte null Punkte zustande.

Natürlich haben die Texans eine Top-Defense, doch Tennessees Offense fehlt jegliche Explosivität und Konstanz. Das Abgeben des Playcallings ist meist der letzte Notfall-Hebel für einen Coach - und er verpuffte komplett. Spannend wird sein, wie lange General Manager Mike Borgonzi zuschaut. Er übernahm erst dieses Jahr die Rolle als GM, stellte Callahan also nicht selbst ein, und hat jahrelang bei den Chiefs unter Andy Reid und Steve Spagnuolo Top-Coaching erlebt. Die Ansprüche an Callahan dürften entsprechend hoch sein, und diesen wird er aktuell nicht mal ansatzweise gerecht. Ein Rookie-Quarterback braucht dringend bessere Förderung. Der Stuhl wird immer heißer.

Bengals-Saison praktisch vorbei

Joe Burrows Ausfall ist nicht zu kompensieren, das ist keine große Überraschung. Zwar sprang Jake Browning schon einmal solide ein, doch 2025 läuft nichts zusammen. Gegen die Denver Broncos gelangen den Bengals nur 159 Total Yards. Stars wie Tee Higgins und Ja'Marr Chase verschwinden völlig - ähnliches war schon gegen die Minnesota Vikings zu sehen.

Natürlich besitzen die Broncos und Vikings starke Defenses, die auch Burrow gefordert hätten, doch ohne ihn wirkt Cincinnati offensiv komplett harmlos. Die Defense ist ebenfalls keine Stütze, was auch keine große Überraschung ist. Zwar stehen die Bengals bei 2-2, was besser ist als in manchen Vorjahren, aber die Playoff-Hoffnungen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit dahin. Und bei einer potenziellen Rückkehr von Burrow könnte es schlichtweg schon zu spät sein.

Dolphins finden offensiv zurück

Der Sieg über die New York Jets wurde von der Verletzung von Tyreek Hill überschattet. Dennoch muss man festhalten, dass sich Miami offensiv von Woche zu Woche steigert. Head Coach Mike McDaniel bringt wieder mehr Kreativität ins Playcalling, vor allem im Laufspiel. De'Von Achane gehört aktuell zu den effizientesten Running Backs der Liga, gleiches gilt für das Laufspiel der Dolphins im Allgemeinen.

Natürlich bleibt die Defense ein Problem, doch zumindest offensiv gibt es wieder Hoffnung. Entscheidend wird sein, ob der Verlust von Hill das neu aufgebaute Kartenhaus direkt wieder zum Einstürzen bringt. Mit ihm haben die Dolphins das Potenzial, für jede Defense brandgefährlich zu sein, ohne ihn droht der nächste Einbruch.

?Jaguars-Defense beeindruckt

Mit 13 Takeaways führt Jacksonville die Liga in Turnovern an, und nur vier Teams haben noch weniger Punkte zugelassen. Auch wenn diese Werte nicht immer nachhaltig sind, ist der Fortschritt unübersehbar. Die Verpflichtung von Anthony Campanile als Defensive Coordinator zahlt sich bislang aus.

Nun liegt es an Head Coach Liam Coen, die Offense ins Rollen zu bringen. Zwar zeigt das Laufspiel Ansätze von Explosivität wie einst in Tampa, doch Trevor Lawrence und Receiver Brian Thomas Jr. bleiben deutlich unter ihren Möglichkeiten.