Der 34:26-Erfolg der Minnesota Vikings in Arlington war sportlich ein Statement. J.J. McCarthy führte die Offense mit Ruhe und Explosivität, attackierte das Feld vertikal und beantwortete frühe Fehler mit Reife. Doch mitten im zweiten Viertel zeigte sich die andere Seite eines jungen Quarterbacks, der gerade lernt, wie schmal der Grat zwischen Selbstbewusstsein und Grenzüberschreitung in der NFL ist.
Der Moment, der hängen blieb
Bei einem Bootleg-Lauf zur Goal Line verlangsamte McCarthy bewusst, hielt den Ball tief und deutete einen modifizierten "Griddy"-Dance an - inspiriert von Teamkollege Justin Jefferson. Der Touchdown zählte, die Reaktion folgte prompt.
Kevin O’Connell machte nach dem Spiel deutlich, dass ihm der Abschluss missfiel: Unterhaltsam ja, aber nicht das, was er sehen wolle. "Der Finish war nicht besonders", sagte der Vikings-Coach - Entertainment hin oder her.
"Mir wurde gesagt ich soll es nicht tun"
McCarthy selbst zeigte nach der Partie Einsicht. Er habe die Bewegung bereits im Training gezeigt und sei vor dem Spiel ausdrücklich davor gewarnt worden - gerade das habe ihn jedoch zusätzlich gereizt. "Ich habe es im Training gemacht und mir wurde gesagt, ich solle es nicht tun", erklärte der Quarterback offen.
Gleichzeitig räumte McCarthy ein, was in dieser Situation eigentlich gefragt gewesen wäre: "Wenn es so offen ist, geh einfach in die Endzone, sei coachable und mach, was der Coach sagt." Die angekündigten Minuspunkte im internen Grading nahm er in Kauf - wenn auch, wie er selbst sagte, mit gemischten Gefühlen.
Sportlich ein klarer Schritt nach vorn
Abseits der Szene lieferte McCarthy. Nach einer frühen Interception antwortete er mit Präzision und Mut: 250 Passing Yards, mehrere Big Plays (fünf Completions über mindestens 15 Yards) und eine spürbare Kontrolle über das Spiel.
O’Connell lobte insbesondere die Entwicklung im Timing und das Vertrauen, Abschlüsse zu nehmen, wo sie sich bieten. Der Schutz hielt stand, die Playcalls saßen - der Gameplan ging auf.
Lektion im Wachstum
O’Connell ordnete den Abend als Teil eines Lernprozesses ein. Mehr Erfahrung, mehr Verständnis für die Position und die Erkenntnis, dass Explosivität nicht nur im Spielzug, sondern auch im Verhalten endet. Der Coach lobte die Leistung, bremste aber die Attitüde. Genau dieses Spannungsfeld prägt die Entwicklung eines jungen Starters.
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