Mit einer Bilanz von 6-7-1 sind die Playoff-Chancen der Cowboys nur noch theoretischer Natur. Was bleibt, ist die schonungslose Aufarbeitung einer Niederlage, die weniger durch individuelle Aussetzer als durch strukturelle Probleme entschieden wurde - insbesondere aufseiten der Offense. Head Coach und Playcaller Brian Schottenheimer sowie Quarterback Dak Prescott stellten sich nach dem Spiel der Verantwortung.
Flores gewinnt Trainerduell
Brian Schottenheimer machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung - vor allem über sich selbst. "Ich bin frustriert, dass wir keinen Weg gefunden haben, dieses Spiel zu gewinnen", sagte der Head Coach. "Wir waren auf Third Down schlecht. Wir sind besser als das. Ich bin besser als das."
Die Zahlen unterstrichen seine Worte: Nur zwei von zwölf Third Downs wurden konvertiert, in der Red Zone gelangen lediglich zwei kurze Rushing Touchdowns. Erneut war es Kicker Brandon Aubrey, der einen Großteil der Punkte lieferte - ein Muster, das sich bereits in der Vorwoche gegen Detroit abgezeichnet hatte. "Brian Flores war heute besser als ich", räumte Schottenheimer offen ein. "Ich werde heute Nacht nicht gut schlafen, aber ich verspreche: Ich stehe morgen auf und arbeite, bis wir Antworten haben."
Prescott ratlos
Dak Prescott gilt ligaweit als einer der Quarterbacks, die mit Druck am besten umgehen. Vor dem Spiel führte er die NFL bei Passing Yards unter Pressure an - doch gegen die Vikings wurde selbst der erfahrene Spielmacher überrascht. "Es war eine Art Drehtür aus Antworten", erklärte Prescott. "Wir haben Dinge ausprobiert und keine hat funktioniert."
Minnesotas Defensive Coordinator Brian Flores setzte auf kreative Blitz-Pakete und Cover-Zero-Varianten, die Dallas zwar erwartet hatte, aber nicht entschlüsseln konnte. Prescott wurde elf Mal getroffen, zweimal gesackt, warf keinen Touchdown-Pass und blieb erstmals in dieser Saison unter seinen gewohnten Effizienzwerten. "Die Entscheidungen waren nicht das Problem", so Prescott. "Die Ausführung war es. Und die war heute nicht gut genug."
Kritik an Execution und Gameplan
Besonders bitter: Die Cowboys hatten sich gezielt auf Flores’ aggressive Defensive vorbereitet. Doch immer wieder geriet Dallas in Third-and-Long-Situationen, genau das Szenario, das Minnesotas Defense begünstigte. Prescott brachte es ungewohnt deutlich auf den Punkt: "Das ist eines der härtesten Spiele, an denen ich je beteiligt war."
Auch defensiv ließ Dallas zu viel zu - nach gutem Start mit einer Interception entwickelte sich die Partie zu einem Spiel, in dem Minnesota zunehmend die Kontrolle übernahm.
Playoff-Hoffnung nur noch rechnerisch
Mit der Niederlage sind die Chancen auf die Postseason auf rund ein Prozent gesunken. Um überhaupt noch hoffen zu dürfen, müssten die Cowboys ihre verbleibenden Spiele gewinnen - und gleichzeitig auf Schützenhilfe der Philadelphia Eagles hoffen. Die Konkurrenten aus der NFC East müssten alle ihre restlichen drei Spiele verlieren. Ein Szenario was so gut wie unmöglich scheint.
Schottenheimer formulierte die Lage nüchtern: "Am Ende hatten wir alles in der eigenen Hand. Jetzt bleibt uns nur noch der Blick in den Spiegel."
Für Dallas beginnt damit weniger ein Playoff-Endspurt als eine Phase der Selbstprüfung - mit offenen Fragen zur Offense, zum Gameplan und zur Richtung der Franchise.
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