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Der heimliche Gewinner der Offseason

kicker

Diese Worte passten lange Zeit nicht zusammen: "Bradley Beal" und "Schnäppchen." Doch genau das ist jetzt der Fall. Nach Jahren, in dem Beal den aus Teamsicht schlimmsten Vertrag der Liga besaß, ist er nun ein absoluter Steal für die Clippers. Rund elf Millionen Dollar wird der Guard in den kommenden beiden Jahren in L.A. kassieren, für das zweite Jahr hält der frühere All-Star eine Spieler-Option.

In Los Angeles wird Beal den Platz von Norman Powell einnehmen, welchen die Clippers vor kurzem nach Miami tradeten, um Platz für den 32-Jährigen zu schaffen. Aber: Nebenbei bekamen die Clippers in John Collins auch noch einen Power Forward, der eine weitere Lücke im Kader schloss.

Zusammengefasst: Die Clippers kamen in Powell einen Starter ab, ersetzten diesen aber mit Beal und polsterten mit Collins und Oldie Brook Lopez den Frontcourt auf. Vor allem hinter Ivica Zubac klaffte auf Center ein Loch, Lopez ist hier eine Luxuslösung. Kann es also sein, dass die Clippers der heimliche Gewinner dieser Offseason sind?

Clippers: Schwachstellen beseitigt

In der Vorsaison reichte es bereits zu 50 Siegen, bevor in den Playoffs gegen Nikola Jokic und die Denver Nuggets in Runde eins nach sieben hart umkämpften Spielen bereits Schluss war. Allerdings zeigte sich auch hier, dass den Clippers nicht viel zur absoluten Spitze im Westen (OKC vielleicht mal ausgenommen) fehlt. Dazu kommt in Ty Lue ein erfahrener Coach, der nicht nur 2016 schon den Titel mit Cleveland gewann, sondern dafür bekannt ist, in den Playoffs überzuperformen.

Auf dem Papier sind die Clippers ein Contender. Beal bringt einen weiteren Ballhandler in den Kader, der aber genauso abseits des Balles brandgefährlich ist. Dazu sind die Clippers mit Collins und Lopez deutlich länger. Die Center-Tiefe war die große Schwäche, plötzlich ist es Stärke, wobei 48 Minuten Ringschutz garantiert ist und doch flexibel agiert werden kann.

Überhaupt ist dieser Clippers-Kader sehr tief. Hinter der Starting Five um James Harden, Beal, Kawho Leonard, Collins und Zubac steht ein Quintett aus Kris Dunn, Bogdan Bogdanovic, Derrick Jones Jr., Nicolas Batum und eben Lopez bereit. Doch auch das gehört zur Geschichte der Clippers. Auch in anderen Jahren (zum Beispiel 2019/20) sahen die Kalifornier wie ein klarer Titelkandidat aus, um dann aber die PS nicht auf die Straße zu bringen.

Gegen den Trend: Die Clippers sind alt

Gewisse Zweifel bleiben dennoch. Harden (fast 36), Leonard (34), Batum (36) und Lopez (37) sind nicht mehr die Jüngsten, sieben Rotationsspieler sind 31 Jahre oder gar älter. Es ist ein Team gegen den Trend. In den Finals standen mit OKC und Indiana zwei der jüngsten Teams der Liga gegenüber, während die Clippers womöglich die älteste Rotation der NBA stellen - und da ist noch gar nicht eingerechnet, dass der 40-jährige Chris Paul womöglich auch noch dazustoßen wird.

Die Verletzungsthematik (plus diverse Playoff-Ausrutscher) wird immer mitschwingen, vor allem Leonard und Beal sind in dieser Hinsicht sehr anfällig. Und trotzdem: Auf dem Papier sind sieht es so aus, als ob L.A. so aufgerüstet hat, um tatsächlich in der Spitze der Western Conference ein gewaltiges Wörtchen mitzureden.