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Partizan schon wieder unter Druck: Der Sündenbock ist schon gefunden

kicker

Dass bei Partizan schon wieder Druck auf dem Kessel ist, bewies eine kleine Pressemitteilung am Morgen vor dem wichtigen Heimspiel gegen die AS Monaco. "Zur Behandlung von Partizan Belgrad in der EuroLeague" lautete der schnöde Titel, es folgten fünf längere Absätze, in denen noch einmal an die Liga appelliert wurde, doch bitte schön ausgeglichen zu pfeifen. Man wolle unabhängige Top-Referees in jedem Spiel haben.

Es wird also schon wieder ein bisschen gezündelt, die Schuld für den mäßigen Saisonstart (3-6) ein wenig weggeschoben. Der Mythos "EuroLeague-Mafia" wird mal wieder bedient und gleichzeitig wieder eine "Wir Kleinen" gegen "Die da oben"-Stimmung geschürt. Das kommt auch an, schließlich ist Partizan (wie auch Roter Stern) weiterhin nur "Gast" in der EuroLeague, keiner der beiden Topklubs hält eine A-Lizenz.

Die aktuelle EuroLeague-Tabelle.

Doch während Roter Stern derzeit unter dem neuen Coach Sasa Obradovic von Sieg zu Sieg eilt, verlor der Stadtrivale zuletzt viermal am Stück. Dabei schmerzt vor allem der Ausfall von Carlik Jones, für den es auf der Spielmacherposition keinen echten Ersatz gibt. Auch Star-Neuzugang Jabari Parker hat seinen Platz noch nicht gefunden, es gab sogar schon wieder Gerüchte um einen Abschied.

Partizan: Obradovic fehlt die Zeit

Für Coach Zeljko Obradovic ist es ein kleiner Teufelskreis, der vor allem den engen Spielplan sehr kritisch sieht. "Ich würde gerne mehr trainieren, aber dafür ist keine Zeit. Wir reden mehr, als dass wir trainieren, weil Training bei der hohen Belastung nichts mehr bringt", sagte Obradovic nach der Niederlage in Piräus.

"Natürlich haben die anderen auch die gleichen Bedingungen, doch mit besseren Spielern und größeren Kadern ist es etwas leichter." Partizan hat dagegen nur einen Stamm von zwölf bis 14 Spielern, darunter sind auch die erst kürzlich verpflichteten Nick Calathes oder Center Bruno Fernando. Beide Akteure füllten Lücken, den fehlenden Spielmacher und einen zweiten Center neben Tyrique Jones.

Partizan: Bonga wird nicht maximiert

Ob sie allerdings ins System passen, ist fraglich. Obradovic lässt aggressiv verteidigen, seine Defense muss oft Meter machen und flink rotieren. Derzeit sind allerdings nur Maccabi Tel Aviv und ASVEL schlechter in der Verteidigung - trotz eines Isaac Bonga, der bei der EM einmal mehr zeigte, wie sehr er Einfluss nehmen kann.

Gerade bei Bonga wird man das Gefühl nicht los, dass seine Stärken als starker Individualverteidiger und überragender Transition-Spieler nur bedingt maximiert werden. Mit durchschnittlich 8,9 Punkten sowie 5,1 Rebounds ist der Forward trotz einer Dreierquote von 33 Prozent dennoch einer der Konstanten der bisherigen Saison.

Partizan: Rekord-Budget für die Playoffs

Das mag enttäuschen, auch weil Partizan ein Rekordbudget von rund 27 Millionen Euro (fünf davon kommen vom Staat) auf die Beine gestellt hat. Die Stützen aus dem Vorjahr konnten alle gehalten werden, nach einem Komplett-Umbruch im Sommer 2024 wurde wieder mehr auf Kontinuität gesetzt.

Ausgezahlt hat sich das noch nicht, stattdessen könnte diese Woche Hinweise geben, ob Partizan seine hochgesteckten Ziele wirklich erreichen kann. Und nur an den Referees kann es ja schließlich auch nicht liegen, oder?

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